Ein eigenes Blog zu haben, das ist so ähnlich, als würdest du alleine auf den Straßen unterwegs sein können. Keine Freunde, die du bedienen musst, deren Einträge du weder zu lesen, noch zu kommentieren hast. Virtuelle Dorf-Bekanntschaften können eine Bereicherung sein, keine Frage, aber sie sind, was sie nun mal sind: unwirklich.
Eine Blog-Community ist mit einer Dorfstruktur vergleichbar. Da gibt es die Außenseiter (die absichtlich ignoriert werden), die Dorftrotteln, die respektablen Bürger (immer ordentlich, immer nett), die dubiosen Nachbarn (sind die ganze Zeit zu Hause und keiner weiß, was sie tun, wovon sie leben), die Traumfrau von nebenan (sie flirtet und lädt dich ein – mehr ist aber nicht), die spießigen Bürger (immer zu ordentlich, immer zu nett), die angehenden Schriftsteller und Lyriker, die sich wundern, noch nicht entdeckt worden zu sein (sagen jene über andere), die Alleinstehenden, die ihre Einsamkeit mit Einladungen („schau bei mir vorbei“) verbergen wollen, die frustrierten Bürger („warum besucht mich keiner?“), die egozentrischen Bürger (sie verstehen nicht, warum sie nicht besucht werden), die Spaßvögel, die nachdenklichen Bürger („warum besucht mich keiner?“) , die depressiven Bürger („warum besucht mich keiner?“) und so weiter und so fort.
Apropos. Jeder Blogger versammelt die o.a. Eigenschaften in sich! Der eine mehr, der andere weniger. Jetzt stellt sich für mich nur noch eine Frage. Warum besucht mich keiner?
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