Um heutzutage die Leute zu motivieren (Vorsicht, wir sind alle eine Leut!), bedarf es der ausgefallensten Tricks und Kniffe. Da die Zeit begrenzt ist, die jedermann und jederfrau zur Verfügung hat, muss das Input/Output-Verhältnis („was wiegt’s, das hat’s!“) eines Veranstaltungsbesuches abgeklärt werden. Wer schon einmal eine Festivität geplant und durchgezogen hat, weiß wovon hier die Rede ist. Undank ist der Welten Lohn, heißt es nicht umsonst und bewahrheitet sich immer wieder. Ein Glück, dass all jene nicht den Mut und die Überzeugung verlieren, weiterzumachen, wieder etwas auf die Beine zu stellen. Diese besonderen Menschen haben das Stehaufmanderl-Gen in sich (man könnte auch sagen, sie sind so blöd, sich den Allerwertesten aufzureißen für nix und wieder nix).
Was ich aber immer wieder bemerke, ist, dass gerade die jungen Menschen offener und risikofreudiger sind, als all die gesetzten und gereiften mittleren Alters.
Vielleicht hängt es auch von der Familiensituation ab. Wird in der Kommuniktion das ich durch das wir ersetzt, ist es das untrügliche Zeichen, dass damit die große Unplanbarkeit einhergeht: „Du, da muss ich mein Schatzerl fragen, ob wir am Freitag kommen können. Ich glaube, wir fahren da zur Großtante ins Altersheim, aber ich geb dir noch Bescheid.“ Ist die Familiensituation noch mit kleinen Kindern angereichert, strebt die Planbarkeit gegen Null: „Am Freitag? Oje. Das ist schlecht. Die Schwiegereltern spielen am Freitag immer Bridge … das geht dann wohl nicht.“ Der Klassiker der Motivationsforschung ist jener Sologeiger, der das nötige Orchester um sich benötigt: „Am Freitag. Ja, könnte schon gehen, müsste ich mir noch genauer anschauen. Wer kommt denn sonst noch? Ach, du hast nur A. und B. angeschrieben? Was ist denn mit C. und D.? Haben noch nicht geantwortet? Aha. Und E.? Ja, die ist in Rom. Sonst? Aha. Ja, also, schau ma mal.“ Der zweite Geiger ist immer unschlüssig und abwartend, ein angeborener „Vielleicht“-Sager.
Deshalb ist es so wichtig, wenn du etwas auf die dünnen Beine stellst, dass du eingefleischte JüngerInnen um dich scharst, die für dich durchs Feuer (leicht angeröstet) gehen. Denn nichts motiviert die gesetzten Leute mehr, als zu hören, dass es da begeisterte und lebensbejahende und offene und gesellige und schöne und begehrenswerte und interessante und bekannte Menschen (= JüngerInnen) gibt, die sie treffen und bequatschen und näher kennen lernen können.
Jetzt gibt es nur noch eine Frage!
Wo bekommt man solche JüngerInnen her?
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