Die Schlacht zu Wien oder 13 Schritte später

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Weit nach Mitternacht. Lauer Abend. Selige Stimmung. Eine Annäherung. Mit einmal öffnet sich die verschlossene Türe, für einen Spalt. 13 Schritte weiter, 13 Schritte später ist sie noch immer nicht geschlossen. Jetzt gilt es, mit fester Hand die Türe zu öffnen und den einen, den letzten Schritt hinein zu machen. Was erwartet einen darin? Ewigliche Glückseligkeit des Augenblicks. Oder Pech und Schwefel. Und Schwefel hat die Angewohnheit, an einem lange Zeit haften zu bleiben. Nichts ist dann mehr so, wie es zuvor war, als die Hoffnung noch von der ewiglichen Glückseligkeit des Augenblicks träumte. Die Türe verschlossen und versperrt. Für lange Zeit. Vermutlich für immer.

Ja, die österreichischen Generäle und Feldmarschälle waren Meister im Übersehen des Feindes Lücke. Immer dieses Zaudern, diese Ängstlichkeit, man könnte zu viel versuchen und darob alles verlieren. Immer der Glaube, eine kleine Lücke in den Reihen des Gegners müsse noch größer werden. Abwarten. Abwarten. Abwarten. Vertan! Das Genie Napoleon hingegen verstand es, den richtigen Moment zu erkennen und mit aller Kraft in die Bresche des Feindes, die sich ihm darbot, zu schlagen. Woge um Woge wirft er gegen den Feind, bis dieser einsehen muss, dass die Schlacht verloren, die Kapitulation das einzige Mittel ist.

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13 Antworten zu „Die Schlacht zu Wien oder 13 Schritte später”.

  1. Avatar von bluna
    bluna

    Aha, aha, ich lese den Namen Napoleon Bonaparte, denke mir französische Revolution, lese von Generälen und denke mir…Das hat bestimmt etwas mit deinem Buch zu tun. Ich hab recht, stimmts ?

  2. Avatar von lillywersonst
    lillywersonst

    Schwefel? Hölle oder … nein, es ist so poetisch.

  3. Avatar von Der Milchmann
    Der Milchmann

    Abwarten. Abwarten. Noch ein bisschen. Da geht noch was. Aus. Vorbei. Scheint ein menschliches Grundbedürfnis zu sein, den rechten Augenblick des Absprungs immer ganz knapp zu verpassen. Ob es nun die österreichischen Generäle auf den Schlachtfeldern von annodazumal sind, die deutschen Skispringer mit der Hundertstel zu lange auf dem Schanzentisch, oder ich am Wochenende auf der Plattform von Ebay – immer erwischt einer den besseren Moment. Paradox, aber das ganze Leben muss man wie einen gigantischen Coitus interruptus sehen: Wer´s zu lange treibt, hat zwar länger Spaß, aber danach nichts mehr zu lachen.

  4. Avatar von Richard K. Breuer

    @ bluna: ja, das kommt mit Sicherheit ins Buch. Irgendwie. Der Dichter schöpft aus dem Erlebten. Angeblich. Das blunerl ist mir ein bisserl zu schlau 😉

    @ LillY: Teufel, Teufel auch …

  5. Avatar von bluna
    bluna

    Aha, man unterschätzt mich also.

  6. Avatar von maureen vom nebenschauplatz

    hab‘ mich schon lange gefragt, was es wohl mit dir und dieser nummer dreizehn auf sich hat. hab‘ wohl irgendwann mal was wichtiges verpasst. aber momentan fliegt mir sowieso das leben reichlich um die ohren. vor lauter kauerstellung weiss ich ja nicht mal, ob ich es bemerken würde, wenn so eine nummer dreizehn über den kopf hinweg fegen würde.

    aber was plaudere ich da komisches zusammen. ist wohl zeit, dass ich mich an meine hausaufgaben mache.

    und dann diese verschlossenen türen mit dem glück dahinter. vielleicht ist’s ja nur illusion und du findest dahinter tatsächlich nur literweise pech.pech und schwefel, gold und glück, wie war das mit den beiden marilies (goldmarie und pechmarie)?

    eigentlich wollte ich ja nur sagen, dass der text gefällt und anregt zum denken.

  7. Avatar von Richard K. Breuer

    @ Milchbub: na sowas, sogar der milchige Spitzbub gesellt sich unter die wordpress-Kommentierern. Nimmt sich natürlich kein (Feigen)Blatt vor den Mund. Gut so. Wir sind ja hier nicht im Kindergarten, oder? Willkommen!

  8. Avatar von Richard K. Breuer

    @ maureen: ja, ja, ich bitte um Abgabe der Hausaufgaben.

    Witzigerweise denke ich bei Pech immer an die Marie. Aber das Märchen ist schon ewig her, als ich es las/sah. Hat sich scheinbar tief ins Unbewusst eingegraben [das Bild aus einem älteren Fernsehfilm, als die eine Marie mit Pech übergossen wurde].

    Nein, verpasst hast du gar nix, meine liebe Maureen, manchmal klopft einfach nur das Schicksal kurz an die Türe. Und während man durch den Türspion/das Guckloch schaut, nichts erkennt, gehen einem 347563048 Bilder durch den Kopf. Statt dass man sie öffnet, sortiert und ordnet und bewertet und sortiert und ordnet und bewertet man diese imaginären Bilder. Eh man sich versieht, vergisst man, dass es geklopft hat.

  9. Avatar von maureen vom nebenschauplatz

    was es mit der nummer dreizehn auf sich hat, hast du noch immer nicht verraten… 🙂
    herzlichst, mein lieber dichter, eine gute nacht, maureen

  10. Avatar von Richard K. Breuer

    kleine Geheimnisse erhöhen das Begehren und die Neugierde. Auch dir eine gute Nacht, meine liebe Maureen zu Zürich …

  11. Avatar von lillywersonst
    lillywersonst

    Verflixt, jetzt hab ich mich beim Milchbub aka Spitzbub aber kräftig verlesen, wo er doch vom coitus philosophiert, wenn er eine mottendurchlöcherte Decke bei ebay ersteigert.

  12. Avatar von Richard K. Breuer

    @ LillY: mir dünkt, der Spitzbub hat nix zum Lachen – und trotzdem keinen Spaß. Paradox, wie?

  13. Avatar von lillywersonst
    lillywersonst

    Doch hat er Spaß! Er hat erst kürzlich einen Toaster aus dem Fenster geworfen und vorher überlegt, ob er das gleich durch die Glasscheibe machen soll, weil das Fenster eh schon so kaputt ist (jetzt wollt ich hinich schreiben, aber hab aus dem Augenwinkel den drohenden Zeigefinger meiner Mutter gesehen). Ob er dabei lacht, kann ich dir nicht sagen.

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