Gestern. Früher Vormittag. Ich finde das Gebäude, in der das Festival über die Bühne gehen wird, für die nächsten Tage. Merkwürdig unaufgeräumt, überall arbeitende Hände, die Dinge hervorholen oder verräumen oder aufputzen oder abputzen. Ich wundere mich, wie so oft, in meinem Leben, und spreche mal jemanden an. Dieser jener zuckt mit der Schulter, da er Job A zu machen hat. Mehr weiß er nicht. Was er weiß ist, dass es erst um 21 Uhr losgeht. Ich werde misstrauisch – wie so oft in meinem Leben – und suche jemand anders. Ein Mädel kommt in mein Blickfeld, ich halte sie an, stelle meine Frage. Rätselraten („Bist du einer der Helfer? Gast? Ach so, ein Teilnehmer.“) Sie schickt mich guten Gewissens in den zweiten Stock, wo ich mich aber nicht zugehörig fühle, weshalb ich zwei Stockwerke höher steige, wo ich aber bemerke, dass ich dort schon gar nicht hingehöre. Also doch in den zweiten, in eines der kleinen Zimmer.
„WLAN“ bringt mich nicht weiter, vielleicht die „ich-lege-die-T-Shirts-zusammen“-Helferin, die äußerst hilfreich ist, aber auch nicht weiß, was sie mit mir anfangen soll. Eigentlich will ich ja nur meinen Trolley deponieren und deponiere ihn. Sie sieht vertrauenswürdig aus. Liegt’s vielleicht daran, dass sie schon mal in Wien gelebt hat? Ja, das schweißt zusammen. Irgendwie.
Ich mache mich also auf den Weg – immer der Mauer entlang – und erkunde Berlin, obwohl ich es gar nicht will. Ab und zu muss ich an Kafka denken, als dieser einen gewissen Herrn K durch das juristische System hetzte, in dem sich keiner zuständig fühlte, aber jeder wusste, dass ihm der Prozess gemacht wird. Oder der Landvermesser, der nur aufs Schloss wollte, aber im Kreis zu laufen hat bis er (wir können davon ausgehen) Tod umfällt. Ist das unsere Zukunft? Ein System, in dem niemand zuständig, niemand verantwortlich ist, und doch steht das Urteil fest oder ist im Begriff über dich gefällt zu werden. Im Kleinen bemerken wir es ja oft und oft. Etwa, wenn du im Café sitzt und einen Wunsch hast, der so nicht auf der Speisekarte ist. „Ich würde es Ihnen ja gerne zubereiten lassen, aber ich kann es nicht verrechnen. Tut mir Leid. Wollen Sie vielleicht etwas anderes?“
Ja, im Besonderen sind es die Software-Programme, die von den Wenigsten durchschaut (ich weiß wovon ich rede), deren Ergebnisse aber von aller Welt hingenommen werden. Die Komplexität der IT-Systeme wird uns noch einmal teuer zu stehen kommen. Weiß einer, warum ich nicht ins WLAN komme? update 24.August 2007: Weiß einer, warum ich nicht meine E-Mails abrufen kann?
Hinterlasse einen Kommentar