Die Krise der Revolution (I): Thomas Gratt

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aus der Spektrum-Beilage der „die Presse“ vom 15.September 2007

Wolfgang Freitag im Gespräch mit Thomas Gratt im Jahr 2002, Mitwirkender der Palmers-Entführung im November 1977. Zwei Jahre später wird er dafür zu 14 Jahren, elf Monaten und 15 Tage Haft verurteilt. Man lese hierzu auch den Essay Als alles vorbei war von Peter Zakravsky, ebenfalls in der Spektrum-Beilage vom 15. September 2007.

Freitag: „Und wie geht es Ihnen heute in diesem Ihren so unerwarteten anderen Leben?“

Gratt: „Schlecht. Dass es so tot im Sinne von perspektivenlos, an- spruchslos werden könnte, wie es heute ist, und dass so wider- standslos soziale Errungenschaften, für die wirklich noch unsere direkten Angehörigen, nicht nur fremde uralte Generationen, mit großem Einsatz gekämpft haben, von unserer Generation verspielt werden mit der Freude eines Casino-Gehers … Da passt wirklich nur das Wort entsetzlich. Und es ist traurig, dass es nicht mehr Leute gibt, die entsetzt sind.“

Ende März 2006 soll er für die Doku „Keine Insel – Die Palmers Ent- führung 1977“ interviewt werden. Kurz davor, am 29. März 2006 nimmt er sich das Leben.

update: ist mir ja wirklich peinlich, dass ich Glatt statt Gratt geschrieben hab …

5 Antworten zu „Die Krise der Revolution (I): Thomas Gratt”.

  1. Avatar von bluni
    bluni

    Hatte die Entführung von Walter Palmers nicht irgendetwas mit der Bewegung 2. Juni zu tun ?? Der Todestag von Benno Ohnesorg ?? Oder irr ich mich?

  2. Avatar von Richard K. Breuer

    Yup! „Die Bewegung 2.Juni“ hat drei Österreicher ausfindig gemacht, die bereit waren, sich an der „kriminellen Aktion“ zu beteiligen. Die nachfolgende Flucht der Österreicher soll ziemlich stümperhaft gewesen sein.

    Theoretiker werden eben nie Praktiker und umgekehrt.

  3. Avatar von Richard K. Breuer

    Eigenartig?! Es gibt „zwei“ Responses – trotzdem zeigt er nur „one“ an.

  4. Avatar von bluni
    bluni

    Ja, das hab ich auch grad gedacht. Guten Morgen.

  5. […] noch mit Drogen weghalluziniert, noch mit Diskussionen weggeredet werden. Und eh sich die Revolutionäre über ihre Ziele bewusst wurden, waren sie gezwungen (nein, gezwungen hat sie natürlich niemand – […]

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