[LillY:] Was für Zeiten kommen auf uns zu: Sorgenfrei, wenn die Zahnderln schaffnerlos aus’m Wasserglasl aussegucken.
Ich bin sechsundsiebzig Jahre alt und habe mich kaum von einer schweren Krankheit erholt, die meinen Leib und meine Seele sechs Wochen lang sehr böse gequält hat. Monsieur Pigalle, heißt es, soll hierher kommen und mein Gesicht modellieren. Doch dazu, Madame, wäre es nötig, daß ich ein Gesicht habe; die Stelle, wo es war, kann kaum erraten werden. Meine Augen sind drei Zoll tief eingesunken, meine Wangen sind wie altes Pergament, das schlaff über die Knochen hängt, die aus den Gelenken sind; die wenigen Zähne, die ich hatte, sind alle ausgefallen. Was ich Ihnen sage, ist keine Koketterie, es ist die reine Wahrheit. […]
Voltaire im Jahre 1770
an Madame Necker
[entnommen: Durant Band 15 – Seite 131]
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