Ein nicht uninteressanter Artikel des deutschen Gefängnispsychologen Götz Eisenberg, der mit seinem, vielleicht ein wenig irreführenden, Titel „Verbrechen und Therapie“ zum Schluss kommt, dass Schlüsselerlebnisse „kleine und große Wunder“ im Menschen hervorrufen können. Deshalb tritt der Psychologe für „zweckfreie“ Kulturprojekte ein. Nicht nur in Gefängnissen.
Entnommen: freitag (diese Zeitschrift kannte ich bis jetzt noch nicht)
[Götz Eisenberg:] Ein Schlüsselerlebnis ist etwas, was nicht von anderen oder von außen kommen kann; man muss es selbst zulassen oder sogar herbeiführen. Nötig ist dazu jenes „zögernde Geöffnetsein“ des Bewusstseins, von dem Siegfried Kracauer einmal gesprochen hat, eine Haltung, die man als aktives Warten bezeichnen könnte: Wer sich nach einem Schlüsselerlebnis sehnt, wird eines Tages auch eines haben können. Umgekehrt wird man mit Seneca sagen können: „Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den ist kein Wind günstig.“
Gefällt mir Wird geladen …
Hinterlasse einen Kommentar