Wikileaks verlautbarte, dass es unter dem Titel Vault 7 eine Reihe von vertraulichen CIA-Dokumenten veröffentlichen würde. Der erste Teil der Serie, genannt Year Zero, ist nun seit Dienstag, 7. März 2017, abrufbar: 8.761 Dokumente und Files, die aus einem isolierten Hochsicherheitsnetzwerk innerhalb der CIAs Center for Cyber Intelligence (Langley, Virgina) stammen, können eingesehen werden. Es wird wohl seine Zeit brauchen, bis all die Informationen ausgewertet werden können. Jeder ist eingeladen, sich an der Schnitzeljagd zu beteiligen.
Der Mainstream behandelt die Enthüllungen ein wenig zahnlos und richtet das Augenmerk der Berichterstattung vor allem auf knackige Facts, die Medienkonsumenten betreffen: Smart-TVs sowie Smartphones können als Wanzen verwendet werden, sprich, Hacker hören und sehen mit – und da die Geräte-Hardware selbst manipuliert wurde – sei es Android, sei es Apple – helfen auch die besten Verschlüsselungen nichts. Nada.
Russian Hacking
Wir können übrigens davon ausgehen, dass diese ganze Hysterie rund um russische Hacker, die die US-Wahl beeinflusst haben sollen, eine Erfindung der CIA war. In den von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten geht klar hervor, dass die CIA die Möglichkeit hat, falsche Spuren zu legen und es so erscheinen zu lassen, als würde der Angriff aus dem Ausland erfolgt sein (UMBRAGE-Gruppe). Somit dürfen wir in Zukunft niemals mehr sicher sein, wer am Ende tatsächlich hinter einem Hackerangriff steckt. „Cyber-Beweise“ sind nun Schall und Rauch.
Ein wesentlicher Aspekt dieser Leaks bleibt aber dem Mainstream verborgen bzw. wird von diesen unter den Teppich gekehrt: Wer pinkelt hier wem ans Bein?
Wikileaks und Julian Assange sind keine Heiligenschar, die mit göttlicher Macht den Kampf gegen die dunkle Seite der CIA aufgenommen hat. Vielmehr versteckt sich hinter Wikileaks ebenfalls eine Geheimdienst-Struktur. Alles andere ist nicht vorstellbar. Somit gibt es m. E. nur zwei mögliche Szenarien:
US-Militärgeheimdienst + NSA (pro-Trump) vs. CIA + Deep State (anti-Trump)
Wikileaks, das vermutlich vom US-Militärgeheimdienst und der NSA ins Psy-Ops-Rennen geworfen wurde, möchte den widerspenstigen Konkurrenten CIA in die Schranken weisen. Die Dokumente zeigen, dass die CIA – analog der NSA – ihre Hände ziemlich tief im Cyberspace haben. Kurz und gut, die CIA fischt in fremden Gewässern und das kann der Miltärgeheimdienst/NSA natürlich nicht dulden. Diese Leaks sind für die CIA nicht nur blamabel, sondern können auch Grundlage für eine unangenehme politische Untersuchung werden (siehe The Church Committee* in den 1970er Jahren). Gut vorstellbar, dass die Trump-Administration den Ball von Wikileaks aufnimmt und die CIA ordentlich bei den Ohren zieht. Jedenfalls, je mehr kompromittierendes Material in naher Zukunft veröffentlicht wird, umso mehr kocht die Wut der Bevölkerung gegenüber der CIA hoch – vorausgesetzt, der Mainstream berichtet schonungslos über die Leaks. Aber da wir wissen, dass der Mainstream primär der Lautsprecher des Deep State ist, der sich wiederum der CIA bedient, können wir davon ausgehen, dass die Berichterstattung weiterhin recht zahnlos ausfallen wird. Übrigens, ich gehe davon aus, dass Edward Snowden als „Gegenprogramm“ zu Julian Assange geschaffen worden ist, um die NSA anzuschwärzen.
Wikileaks ist ein limited Hangout der CIA
In der Geheimdienstsprache bezeichnet ein limited Hangout nichts anderes als absichtlich herbeigeführte Leaks. Dabei können auch Whistleblower zum Einsatz kommen, die nur so tun als ob. Da Wikileaks äußerst nebulös agiert, kann man sich aber nie sicher sein, wer gerade die Fäden zieht. Zwar mag es nur schwer vorstellbar sein, dass Vault 7 eine CIA-Psy-Ops ist, aber man sollte die Leutchen in Langley niemals unterschätzen, auch wenn sie zuweilen inkompetent wirken. Sie haben bereits einmal einen amtierenden Präsidenten aus dem Oval Office gejagt – Watergate, you know.
Da fällt mir gerade ein, eine magische Gewehrkugel gab es auch noch; aber das ist freilich eine ganz andere Geschichte. Scheinbar nicht für Wikileaks, die das Passwort der Year Zero Daten wie folgt wählte: SplinterItIntoAThousandPiecesAndScatterItIntoTheWinds. Ist es als Drohung gegenüber der CIA/Deep State zu verstehen?
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*) Auslöser für die politische Untersuchung der CIA war ein von Journalist Seymour Hersh verfasster Artikel, der auf der Titelseite der New York Times erschien. Hm. Also, für mich riecht das jetzt ziemlich stark nach einem limited Hangout 😉 In der Senats-Anhörung führten die CIA-Direktoren den Politikern eine Herzinfarkt-Pistole vor. Ich denke, den Wink haben die Kongressabgeordneten sicherlich schnell verstanden.

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