Naht die Katastrophe, braucht es viel Gemeinschaft und ein bisschen boden

By

Es ist schon seltsam, wie das Schicksal mit einem spielt. Eigentlich verlor ich mich die letzten Wochen in Poesie und Tagebucheinträgen, in Briefen und Textpassagen, und wollte partout nicht aus dieser musischen Illusionsmalerei gerissen werden. Was kümmert mich die Welt da draußen, verrückt und verblödet wie sie ist? Aber oftmals holt einem die gedachte Wirklichkeit schneller ein als jeder Ritt durch den träumenden Wald. Eine Frage wurde mir zugeworfen. Ich habe nicht aufgepasst und die Frage knallte mir gegen den Schädel. Ja, schmerzhaft kann es sein, wenn man gerade mit den Gedanken ganz woanders ist und weder nach vor, noch zurück sehen will.

Die westliche Welt geht den Bach runter. So viel ist gewiss. Das tut sie schon seit ich mich mit den geopolitischen Geschehnissen in aller Breite und Tiefe auseinanderzusetzen begann. Guckte man sich bei den sogenannten Doomster-Leuten um, die von Gesellschaftszusammenbrüchen und Bürgerkriegen sprachen, dann wurden in den Werbeeinschaltungen für gewöhnlich Überlebenspakete und Goldmünzen angepriesen. Es gab praktisch alles, was man zum Überleben in der Natur braucht. Jagdwaffen kamen natürlich auch immer wieder mal vor. Ja, zimperlich darf man nicht sein, in einem Szenario, wo hungrige Großstadthorden aufs Land ziehen. Marodierend, versteht sich.

Aber es reicht bereits ein Blick in die Geschichtsbücher zu werfen, um zu wissen, was denn da alles so geschehen könnte. Ein Stück Land, einen größeren Garten sein eigen zu nennen, das klingt nach Autarkie. Vermutlich haben sich das die ukrainischen Bauern auch gedacht, die damals im fruchtbarsten Teil Europas ihr Getreide hatten. Dann kamen freilich die Bolschewiki, die im Auftrag Moskaus alles Getreide konfiszierten. Da half kein Betteln, kein Bitten. Erbarmungslos wurde jeder Winkel auch in der ärmsten Hütte durchsucht. Jene Familie, die erwischt wurde, Getreide versteckt zu haben, hatte es bald hinter sich. Die anderen Familien, die Zahlen gehen in die Millionen, starben den Hungertod. Der Holodomor, wie dieser vom Staatsapparat verordnete Massenmord heißt, ist eine Tragödie, über die nicht gerne gesprochen wird, weil es eine andere relativieren könnte.

Wenn einmal die Kacke am Dampfen ist, hilft weder ein Stückchen eigenes Land, noch eine Schrotflinte. Was es braucht, ist eine Gemeinschaft, auf die man sich verlassen kann. In Zeiten des Friedens und der Ich-Zentriertheit ist das natürlich lästig, will man sich etwaigen sozialen Verpflichtungen entziehen. In Zeiten des Konflikts und der Katastrophe ist jedoch eine Gemeinschaft die einzige Chance, um sich durchschlagen zu können. Wer auf sich allein gestellt ist, mag für eine kurze Weile durchhalten können, aber am Ende ist es ein aussichtsloses Unterfangen.

Wer sich also bereits jetzt Gedanken macht, dass die westliche Welt in einen Kollaps untergeht, der möge die notwendigen Vorbereitungen treffen, aber diese sind nicht kompatibel zum gegenwärtigen, als luxuriös zu bezeichnenden Zivilisationsdasein. Natürlich kann man sich so halb hier, halb da einen Vorrat anlegen und im kleinen Garten eine Wasserpumpe installieren. Aber auf lange Sicht wird das natürlich nicht reichen, wenn einem, Pardon, die Scheiße um die Ohren fliegt. Darin liegt freilich die Crux der ganzen Sache. Welches Doomster-Szenario ist denn nun wahrscheinlich und wann wird es eintreten?

Aber welches Szenario Sie auch immer durchspielen, am Ende des Tages brauchen Sie arbeitsfähige Menschen um sich, die Handschlagqualität haben, die bereit sind, zu teilen, die Hilfe anbieten, dabei keinerlei Hintergedanken hegen und ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Leben Sie in dieser Gemeinschaft, ergibt sich alles Weitere im gemeinsamen Tun und Handeln. Natürlich wird man auf gewisse Freiheiten verzichten, das Ich in den Hintergrund stellen und sein Wort wie ein Ehrenwort behandeln müssen.

In der offiziellen Agenda der Elite heißt es, dass wir in naher Zukunft nichts mehr besitzen werden. Es ist durchaus vorstellbar, dass es zu großflächigen Enteignungen kommen wird (beispielsweise in dem rückwirkend Steuern erhoben werden, die für viele unbezahlbar sind!), dass Grundstücke nur noch zu mieten oder zu pachten sind. Wir dürfen niemals vergessen, dass jeder Vertrag von der Obrigkeit missachtet und ignoriert werden kann, hat diese doch die ausführende Gewalt an ihrer Seite. Wenn die Polizei vor dem Haustor steht, können Sie gerne mit dem Kaufvertrag, dem Grundbuchauszug und der Schrotflinte (oder Sense) herumfuchteln, aber gut ausgehen wird das nicht für Sie.

Deshalb würde ich jedem raten, der bereits den Kopf verliert, in der festen Überzeugung, in den nächsten Wochen und Monaten steht ein Kollaps bevor, dass Sie sich mit ihrer Familie zusammenraufen. Wer hat denn nicht Onkeln und Tanten irgendwo am Land. Besuchen Sie diese, nutzen Sie deren Kontakte und fragen Sie vorsichtig, ob Sie hier unterkommen könnten, im Falle des Falles. Das ist die einfachste und schnellste Lösung für eine Katastrophe, die vielleicht in Ihrem restlichen Leben nie ausbrechen wird. Verlieren Sie nicht den Kopf, bleiben Sie pragmatisch und denken Sie immer daran, dass das Rad nicht neu erfunden werden muss.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..