Es war vor bald fünf Jahren, als mich ein grippaler Infekt (der bei genauerer Betrachtung eine Entgiftung des Organismus darstellt) zum ersten Mal in meinem Leben niederstreckte. Drei Tage lang befürchtete ich, dass es mit mir zu Ende gehen würde. Hie und da hoffte ich es. Weil mir die Heftigkeit dieses Krankheitszustandes unbekannt war. Ich hatte keine Erfahrungswerte und musste deshalb vom Schlimmsten ausgehen. Und schlimm war es.
Am vierten Tag schleppte ich mich zum Arzt, der während der Weihnachtsferien freundlicherweise Dienst machte. Ich ließ mich in den Besucherstuhl fallen, der seitlich des Schreibtisches stand und schilderte meine Befindlichkeit in den dunkelsten Tönen. Der Arzt, natürlich im weißen Kittel, hörte mit einem halben Ohr zu und als ich eine Pause machte, drehte er seinen Kopf zu mir.
„Legen Sie sich ins Bett und trinken Sie viel Tee.“
Ich sah ihn eine Weile mit großen Augen an. Ich verstand nicht. Sollte er mir nicht helfen, ja, meinem schrecklichen Leiden ein Ende bereiten? Er musste wohl diese Reaktion erwartet haben. Er seufzte, zückte einen Rezeptblock und kritzelte darauf.
„Falls es nicht anders geht, können Sie eine Tablette nehmen …“
Beruhigt, doch noch ein Wundermittel bekommen zu haben, machte ich mich auf den Nachhauseweg. Am Ende war die Sache nach einer Woche und ein paar Tagen ausgestanden, ohne dass ich die verschriebene Arznei zu mir nehmen musste.
Man stelle sich nun vor, solche einen Infekt hätte jemanden während der Covid-19-Hysterie zum ersten Mal gepackt und niedergestreckt. Ohne Erfahrungswerte hätte dieser arme Kerl oder Kerlin annehmen müssen, dass die chinesische Lungenpest ihr tödliches Werk tut. Angst, ja, geradezu Panik, würde den Kranken noch kränker machen. Und die Ärzteschaft? Ebenfalls in einem Panikzustand würde gegenüber ihren Patienten überreagieren und die von oben verordneten ausufernden Maßnahmen widerspruchslos anwenden. Eine Spirale würde in Gang gesetzt werden, die am Ende die Schwächsten dahinraffen, die Überlebenden zeichnen und einen gesellschaftlichen Zersetzungsprozess auslösen wird.
Die Auswirkungen dieser kollektiven Hysterie (nicht einer ominösen grippeähnlichen Krankheit) werden wir im Winter 2021 und im Frühling 2022 bemerken. Es kommt zu einer seelischen Überforderung aller Beteiligten. Die Angst, Schuld auf sich geladen zu haben, macht die Schuldigen – auf der einen wie auf der anderen Seite – zu Fanatikern, die keine Grenzen und keine Tabus mehr kennen, die bereit sind, ganze Generationen in den Abgrund zu reißen. Sie desinfizieren ihre Hände in Unschuld und halten Abstand: „Wir hatten keine Wahl!“, wird ihr Mantra der Entschuldigung sein.
Die Skeptiker, die noch wachen Auges diesem kollektiven Wahnsinn die Stirn bieten, werden alle Kräfte aufbieten müssen, um nicht überrollt zu werden. Die Historie ist reich an Beispielen von fanatischen Massen, aufgehetzt durch machthungrige Hohepriester, die über Andersdenkende herfielen. Es ging darum, die widerspenstigen Gedanken, gedacht in aufgeklärten Köpfen, auszurotten. „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt“.
Let’s go, Brandon
Schlachtruf der Rebellen
Amerikanischer Unabhängigkeitskonflikt, 2021
Und wie in jedem Drama, muss es sich auch hier zuspitzen, muss sich der Bogen spannen. Vergessen wir nicht, dass wir Skeptiker einem System gegenüberstehen, das im offenen Felde nicht besiegt werden kann. Vielleicht ist es deshalb an der Zeit, Sun Tzu zurate zu ziehen. Oder Lao Tzu.
Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen.
Die Kunst des Krieges
Kapitel III
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Das Weiche besiegt das Harte,
Tao Te King
das Schwache triumphiert über das Starke.
Kapitel 78
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