Wenn Realität befremdlicher ist als die Fiktion eines Ian Flemings #Russland #Ukraine #USA

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Die letzten Tage gab es eine mediale Hochschaubahn der Meinungen. Der „Pressesprecher“ der russischen Söldnertruppe PMC Wagner Jewgeni Prigoschin ließ „seine“ Truppen in Richtung Moskau marschieren. Panzer und schweres Gerät wurden auf Sattelschlepper verladen und fuhren über die Autobahn ihrem vermeintlichen Ziel näher. War es der Kreml? Gar Präsident Putin? Man konnte sich nur noch wundern. Die Journalisten im Westen waren nicht zu beneiden. Seit Jahren posaunen sie in den grellsten Farben und grässlichsten Tönen heraus, dass Putin ein Diktator sei, der mit beispielloser Macht über Russland herrsche und damit den Zaren in den Schatten stellen würde. Aber als sich dieser ehemalige Koch von Putins Gnaden daranmachte, seinen ehemaligen Meister vom Thron zu stürzen, da war es vorbei, mit der Allmacht des Kreml-Tyrannen. Er solle Moskau fluchtartig verlassen haben, hieß es da. Natürlich. In Moskau selbst konnte man freilich keinerlei Verteidigungsvorbereitungen rund um den Kreml erkennen. Ist es der russischen Gelassenheit geschuldet? Oder gar das erste Zeichen des Verfalls?

Schließlich und endlich dauerte diese rebellische Farce einen Tag und ein paar Stunden. Dann kehrten die Truppen wieder zu ihrem Basislager zurück und Prigoschin machte sich nach Belarus auf, wo er zuvor mit Präsident Lugaschenka einen „Deal“ ausgehandelt haben soll. Dieses kurze rebellische Aufflackern spielt dem Kreml freilich in die Hände, kann Präsident Putin und seine Vertrauten endlich jene „Militärfunktionäre“ loswerden, die für die Kampagne nur hinderlich und störend waren. Nebenbei haben sich, vielleicht, vielleicht auch nicht, etwaige Sesseldreher entlarvt, die man schon länger im Auge hatte.

Wahrlich, der gewöhnliche Journalist im Westen kann nur noch mit der Achsel zucken, erklären kann er das Ganze dem Medienkonsumenten nicht. Vermutlich wird die Angelegenheit alsbald unter den Teppich gekehrt werden und nur noch als Fußnote dienen, wenn es darum geht, einen russischen Bürgerkrieg an die Wand zu malen.

Was praktisch niemals Erwähnung findet, ist der Umstand, dass Putin seinerzeit von seinem Arbeitgeber FSB auf den „Thron“ gehievt worden ist. Prigoschin gehörte zum „Klub“ und war loyal. Man kann sich vorstellen, in welches Haifischbecken der junge Jurist Putin da geworfen wurde. Alleine hätte er keinen Tag überlebt. Aber die Geheimdienstelite wachte über ihren Prinzen. Wir können und müssen also davon ausgehen, dass der FSB noch immer eine große Rolle im Kreml und in Russland spielt. Ohne diese besondere Rückenstärkung wäre Russland schon längst einer gefärbten Revolution zum Opfer gefallen – MI6 und CIA spielen dahingehend bekanntlich in einer eigenen Liga. Kein Wunder also, wenn sich souveräne Staaten neutral verhalten, gedanklich aber längst mit wehenden Fahnen ins Lager von Moskau-Peking übergelaufen sind. Gegenwärtig wird zugewartet. Washington weiß es und lässt keine Chance ungenutzt, um zu zeigen, wer der Herr im Haus, respektive auf der Welt ist. Aber langsam dämmert es auch der Elite in Washington, dass etwas geschehen müsse, will man nicht die profitable Vormachtstellung verlieren. Ein „nuklearen Anschlag der Russen“ innerhalb der Ukraine scheint gegenwärtig der (false flag) Plan zu sein, um die Welt gegen Moskau mobil zu machen. Zyniker würden es als ein „3. Pearl Harbor“ bezeichnen. Die ersten beiden haben der Welt gezeigt, was die USA zu leisten imstande ist, wenn man sie schändlich hintergeht.

Die Zeit läuft ab, für Europa. Dunkle Wolken brauen sich da am Horizont zusammen. Ja, noch scheint die Sonne, darf man in der Wiese liegen und das Blau des Himmels bewundern. Wie lange noch? Gewiss, eines hat uns die Historie eindrücklich gelehrt: Es geht immer weiter, bis es nicht mehr weiter geht.

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