Seit gestern übe ich mich darin, in die virtuelle Welt von Windows und Apps, die früher Softwareprogramme hießen, einzutauchen und nicht abzusaufen. Früher oder später kommt die Zeit für das Althergebrachte, auch wenn man es lieb und teuer gewonnen hat, aber das Zipperlein, das sich eingestellt hat, versäuert jede Arbeit, mag sie kreativ, mag sie banal sein. Mein alter PC, alleinstehend und mich niemals im Stich gelassen, werkelt und brummt vor sich hin, während ich diese Zeilen auf den Thronfolger tippe: Acer Predator PH16-71 – inklusive LED-Einzeltastenbeleuchtung, die im schmucken Blau leuchtet.
Lange habe ich mich gesträubt, gegen einen Neuanfang, aber am Ende ist eines gewiss, dass es ein Ende geben wird. Besser den Umstieg wagen, so lange das alte System seinen Dienst tut. Nicht auszudenken, hätte es den binären Geist aufgegeben und mich in eine veritable Verzweiflung gestürzt. Man glaubt gar nicht, wie sehr man abhängig ist, von diesen Computern, die tatsächlich nur Maultiere sind und die Last der Arbeit oder die Früchte des Müßiggangs tragen müssen bzw. dürfen.
Viel Zeit ist die Donau hinabgeflossen als ich noch globige Kisten mit Hardware-Komponenten zusammenbaute. Mit Herzklopfen den Computer hochgefahren und gehofft, ein paar Piepstöne zu hören und die DOS Zeilen am Röhrenmonitor zu lesen. Wirklich viel konnte man seinerzeit mit einem Personalcomputer nicht tun. Das Internet war noch Zukunftsmusik – und doch erinnere ich mich, darüber einmal nachgedacht zu haben, über Vernetzung und Kontakt. Wie dem auch sei, die Entwicklung raste von einer Sensation zur nächsten, die jüngere Generationen nun achselzuckend im Alltag verwenden und sich gar keine Vorstellung machen können, wie trostlos es einmal war. Aber darin liegt auch wieder der Kern des (vorrangig) männlichen Spieltriebs: ER will den Geist in der Flasche bändigen und ihn für sich und andere dienstbar machen. Nicht nur das, ER ist auch bereit, seine Seele und damit auch das Leben zu geben.
Der neue Laptop, der den martialischen Namen Predator verliehen bekommen hat und trotzdem gar nicht mal so gamey daherkommt, benimmt sich brav und artig. Vorrangig ging es mir darum, die Lüftergeräusche bei der alltäglichen Arbeit so gering wie möglich zu halten. Gerade jetzt, während ich diesen Satz tippe, gibt das Gerät keinen Mux, Pardon, Mucks, von sich. Wenn es mir gefällt, starte ich die Lüfterdusche per Hand. Natürlich laut, aber gar nicht nervig. Das freut mich wie ein Hampelmann. Der Modus ist ausgeglichen und man stelle sich vor, dass es auch noch leise gehen würde – oder man schaltet einen bzw. zwei Gänge höher (Leistung/Turbo). Sollte ich einmal ein Spielchen wagen, wird man sehen, wie leise oder laut das Raubtier werden kann.
Der Bildschirm so hell, dass ich ihn dimmen musste (75 %). Da der Laptop als Desktop-Ersatz Verwendung finden wird – mit einem externen Monitor – ist die Qualität des Bildschirms nicht von zentraler Bedeutung, trotzdem soll er laut Testberichten gute Ergebnisse erzielen. Fein.
Warum ein Laptop als Desktop-Ersatz?
Die Zukunft ist ungewisser denn je. Gerade wenn es um die Stromversorgung geht. Teuerungen wohin man schaut. Somit ist ein Laptop mit Batterie die beste Wahl, will man sich gegen kurzzeitige Stromschwankungen bzw. -ausfällen wappnen. Weiters ist ein Umzug im Handumdrehen erledigt: Rucksack aufgeklappt, Laptop und Netzteil hineingeschoben, Rucksack zugeklappt – und die Flucht kann beginnen. Gut, leicht ist der 16 Zöller freilich nicht. Aber was es wiegt, das hat’s auch, sagt man.
Die Entscheidung für den Acer fiel letztendlich wegen der Testberichte, die ihm ein leises Auftreten und guten Bildschirm, mit dem auch kreatives Arbeiten möglich ist, attestierten. Eine 8 GByte GeForce RTX 4060 nvidia Grafikkarte sollte für zukünftige Applikationen (Bildbearbeitung, Videoschnitt, Spiele) eine Weile ausreichen. Bis dato ist sie noch gar nicht zum Zug gekommen, werkelt bei Alltagsanwendungen die interne GPU von Intel. Wenn ich mit dem Einrichten fertig bin, werde ich sicherlich Benchmarks laufen lassen und sehen, wohin die Performance-Reise geht – aber wesentlich für mich sind diese Daten kein Bisschen. Einzig die Frage, ob man mit geringen Ressourcen (= geringe Lüfterlautstärke) auch brauchbare FPS erhält. Darüber werde ich sicherlich in späterer Folge berichten.
WINDOWS 11 versucht so benutzerfreundlich wie nur möglich zu sein, was zur Folge hat, dass man gegenüber dieser Freundlichkeit mehrmals verzweifelt. Deppensicher, heißt das Schlagwort, aber davon sind wir noch weit entfernt – es sei denn, Microsoft geht den Apple Weg und baut ein komplettes Hardware-Software-System. Aber davon kann, gottlob, keine Rede sein. Dank des hilfsbereiten Webs können Probleme relativ einfach behoben oder gelöst werden.
Die größte Herausforderung ist natürlich, meine alte (und teuer bezahlte) Software am Laptop zum Funktionieren zu bringen. Die Alternative sähe teuer aus – und ich habe keine Lust, mich über den Tisch ziehen und die Hose runter zu lassen. Aber gegenwärtig und in Zukunft ist genau das die Absicht der Softwareunternehmen. Sie gieren alle nach einem Abo-Modell – und ehe man sich versieht, zahlt man Unsummen, die sich aus einer Vielzahl kleinerer monatlicher payments zusammensetzen.
Das Wichtigste bei alledem ist natürlich, dass man die Erdung nicht vergisst, wenn man in undurchdringlichen Binärwolken herumfliegt. Die Sonne scheint. Der blaue Himmel eines herrlichen Spätsommers lädt förmlich dazu ein, einen Spaziergang im Grünen zu machen. Das leert den Kopf, öffnet die Brust. Nur blöd, wenn man auf eine Zustellung wartet, die man nicht versäumen darf.

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