Heute jährt sich also zum 60. Male das Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy. Dieser Tag wirkt bis heute nach und zeigt, dass es keine Veränderung des (geo)politischen Status Quo mit herkömmlichen Mitteln, das heißt durch ein demokratisch-gemeinschaftliches und vor allem friedlichen Miteinander, geben kann. Der Versuch Kennedys, sich um eine friedliche Annäherung mit Moskau zu bemühen – über private Kanäle – musste einem Establishment in Ost und West säuerlich aufstoßen. Man wollte den Kalten Krieg prolongieren, nicht beilegen. Der Rest ist Geschichte, auf die man sich geeinigt hat. Jim Garrison, der in Oliver Stones Filmdrama JFK von Kevin Costner verkörpert wurde, legte bereits 1967 den Finger auf die blutende Wunde, die bis heute nicht verheilt ist.

»Heute Abend werde ich Ihnen etwas über Wahrheit und über Märchen erzählen, über Gerechtigkeit und über Ungerechtigkeit. In den kommenden Monaten werden Sie erfahren, dass viele der Sachen, die Ihnen die großen Medienhäuser erzählt haben, unwahr sind. […] Als Kinder sind wir es gewohnt, Märchen zu hören. Sie sind immer angenehme Geschichten, die tröstlich wirken, wenn wir sie hören, weil das Gute immer über das Böse triumphiert. Zumindest ist es so im Märchen. Märchen sind für Kinder nicht gefährlich und sind bis zu einem gewissen Punkt vielleicht sogar gut für sie. In der realen Welt jedoch, in der Sie und ich leben müssen, sind Märchen gefährlich. Sie sind gefährlich, weil sie unwahr sind. Alles, was unwahr ist, ist gefährlich. Und es ist noch gefährlicher, falls ein Märchen als Realität akzeptiert wird, einfach deshalb, weil es ein behördliches Gütesiegel hat, oder weil ehrbare Männer verkünden, dass Sie es glauben müssen, oder weil mächtige Elemente der Presse Ihnen sagen, dass das Märchen wahr sei. […] Die Bürger dieses Landes müssen nicht vor der Wahrheit beschützt werden. Dieses Land wurde nicht auf der Idee aufgebaut, dass eine Handvoll von Aristokraten – seien diese in unseren Behörden in Washington oder in den Medienhäusern in New York zu finden – entscheiden dürfen, was für die Bürger gut zu wissen wäre und was sie nicht wissen sollen. Dies ist ein totalitäres Konzept, das vermuten lässt, dass die Spitze unserer Regierungsbehörde und die Männer, die die machtvollen Medien kontrollieren, eine spezielle Elite bilden, die Kraft ihrer Aristokratie und ihrer Brillianz bemächtigt sind, für das Volk zu denken. Ich persönlich würde mein Vertrauen eher in den gesunden Menschenverstand der Bürger dieses Landes legen.«
Jim Garrison
Bezirksstaatsanwalt von New Orleans
NBC, ausgestrahlt am 5. Juli 967

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