Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu. Wenige Stunden, dann begrüßt die Welt und der Schreiber dieser Zeilen das Jahr 2025. Zumeist ändert sich nichts. Zumeist ändert sich alles. Je nach Standpunkt. Mit dem Fortschreiten der Jahresringe schleichen sich Gedanken in den Vordergrund, die der junge Mensch nicht hat. Aber wann endet das „jung sein“, wann beginnt das „alt werden“. Tatsächlich fühle ich mich optimistisch gestimmt, gilt es, all die neuen Möglichkeiten, die sich dank der gesellschaftlichen Veränderung auftun, einmal politisch, einmal technologisch, zu begreifen und schlussendlich gewinnbringend zu verwerten.
Die letzten Tage begonnen, die seit bald 25 Jahren angehäuften Computer-Dateien zu sichten. Eine mühsame Prozedur, da ein Schriftsteller jeden einmal hingeworfenen Satz aus früheren Tagen zu bewahren sucht, was vermutlich mit seiner grenzenlosen Überheblichkeit zu tun hat. In alten Briefen zu lesen, ließ mich erschaudern, so einfältig oder pseudo-romantisch kommen sie daher. Immerhin lässt sich feststellen, dass ich die Inspiration suchte und sehnsüchtig hoffte, jenes Leben führen zu dürfen, dass ich heute lebe. Freilich, was wusste das junge Ich von der Zukunft? Es hatte blauäugige Vorstellungen, die in größter Naivität ins Hirn phantasiert wurden. Schlussendlich hatte das Schicksal ein Einsehen und schickte mir den Musenkuss. Im Frühjahr 2002 war es, als mir die Idee zu einem Wiener Jahrhundertwende-Roman gar zauberhaft ins Hirn fuhr. Von da an gab es kein Halten mehr und der Karriere machende Angestellte avancierte zum angehenden Autor, der auf Erfolg hoffte. Rund 23 Jahre später will ich dieses Kapitel zu einem Ende bringen und das Erstlingswerk veröffentlichen. Meine Lektorin schickte mir die korrigierte Letztfassung als Weihnachtsgeschenk zu. Nun gilt es, mich zurückzuziehen, zurückzulehnen und den Prozess der letzten Überarbeitung anzugehen.
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Daneben der Reiz, sich einen kleinen PC zusammenzubauen, mit der Aussicht, diesen später einmal potent aufzurüsten und ihn zwischenzeitlich als Home-Server einzusetzen. Aber das ist eine lange und nervenaufreibende Geschichte, die ich alsbald erzählen möchte.
Der Beitrag wurde freilich erst am 2.1.2025 online gestellt – da saß ich in der Lounge eines Hotels am Westbahnhof, zog der Straßenverkehr lautlos an meinen Augen vorüber, hörte ich berieselnde Musik, nicht zu leise, nicht zu laut. Vermutlich werde ich öfter vorbeikommen, so sich die Gelegenheit ergibt.

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