Es wird eine weitere Generation benötigen, bis 100 Jahre vergangen sein werden. Wie lange mag es noch dauern, bis der Rück-Blick mit gestochener Schärfe erfolgen kann? Fakten verschwinden nicht, nur weil man sie ignoriert, wusste bereits Aldous Huxley. Und über die von oben verordnete Erinnerungslücke – Orwell nannte sie memory hole – die dank Doppeldenk und Neusprech gar nicht erst wahrgenommen wurde und wird, gäbe es viel zu schreiben. Aber dafür ist gerade keine Zeit. Vielleicht ist die Zeit auch noch nicht gekommen. Apropos. Ich lese – hie und da – in der Lebenserinnerung des österreichischen Verlegers Fritz Molden – und in einem Nebensatz erwähnt er den Umstand, dass er die Tochter von Allen Welsh Dulles heiratete. What? 1948 gaben sich Joan und Fritz das Ja-Wort – die Beziehung hielt freilich nicht lange und wurde in den 1950ern geschieden. Grund: „cruelty“. Diese Tatsache wird übrigens auf der Wikipedia-Seite nicht erwähnt. Huh? Allen Dulles und sein Bruder John Foster Dulles haben Weltpolitik gemacht – und ihre Hände in der unrühmlichen Beseitigung eines Präsidenten gehabt. Es ist ein Jammer, dass der gewöhnliche Bürger keine Vorstellung von den wahren Machtverhältnissen hat und noch immer an vielen Märchen festhalten will, weil es „ein behördliches Gütesiegel hat, oder weil ehrbare Männer verkünden, dass man es glauben müsse, oder weil mächtige Elemente der Presse sagen, dass es wahr sei“. Das sagte Jim Garrison im Juli 1967 im US-TV. Ach, so viel gäb’s zu schreiben. Aber der Rest ist Schweigen. Heute.

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