Ich versuche jedes Jahr an jenen 14. Februar 1945 zu erinnern, der die Akzeptanz für jede infame apokalyptische Zerstörungswut – heute wie morgen – den Boden bereitete. Aber 1945, wenige Monate vor dem Ende des Krieges in Europa, getraute sich die politische Führung in Washington, die Bombardierung der Barockstadt an der Elbe nicht wie üblich großspurig zu verkünden. Das Ergebnis dieses Feuersturms auf Zivilisten wurde leise zur Seite geschoben. Erst das Buch eines britischen Nichthistorikers im Jahre 1963 zeigte der westlichen Welt das schockierende Ausmaß der Zerstörung. Sechs Jahre später veröffentlichte Kurt Vonnegut Slaughterhouse-Five: or the Children’s Crusade, einen Roman, in dem der Autor seine traumatischen Erfahrungen, die er in dieser Nacht in Dresden als deutscher Kriegsgefangener machte, zu Papier bringen musste. Die Graphic Novel ist deshalb eine dringende Empfehlung und sollte in jeder Schulklasse als Pflichtlektüre gelesen werden. Weil sie einem nicht nur das Grauen anschaulich vor Augen führt, sondern die Absurdität des Krieges: Der Mensch, der nichts Böses will, wird gezwungen, über Leichenberge zu gehen, während die Propaganda das blutige Gemetzel als gute Sache preist.

Die deutsche Ausgabe der Graphic Novel – im Verlag Cross Cult 2022 erschienen – kann in den Wiener Städtischen Büchereien entlehnt werden. Hier der Link zur Verlagsseite.

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