Einigermaßen aufgedreht und aufgewühlt aus dem Zug gestiegen. Wieder im Theater gewesen, das zweite Mal, wieder das Stück und die Schauspieler und die Inszenierung bewundert und beklatscht. Je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr muss ich meinen Hut ziehen. Von einer Provinzbühne sind wir da meilenweit entfernt – man sollte sich mal das „Fever“ von Janne Kliegl auf dem Ohr zergehen lassen! Wahrlich, ein Augenschmaus!
Vorm Beginn bringt mir Uli den Ausschnitt der Nieder- österreichischen Nachrichten (NöN), die über die Premiere geschrieben hat. Die Zeitung lobt es über den Klee. Ich bin ein bisserl skeptisch (liegt in meiner Natur), vermeine eine Spende des Imkerverbandes habe hier nachgeholfen, um den süßen Honig in die Rezension zu schmieren, aber meine hübsche Begleitung nickt anerkennend, klopft mir förmlich auf die Schulter. Ja, das sind die Momente, in denen mir kurzzeitig bewusst wird, dass es der stille Applaus ist, der mich stärkt.
Freilich, nach zwei Achterln Wein, einem sehr gut besuchten Haus (ich dachte schon, es kommen vielleicht keine, an einem ver- regneten kalten Sonntag) und der überaus charmanten Plauderei mit meiner Begleitung (ja, wir erreichen den letzten Zug ohne Probleme), komme ich zum Schluss, dass ich von allem mehr will. Momenterl … was hab ich da gerade geschrieben? Ach so … ich bin ja Dichter*! Die Übertreibung ist es, die den Kern der Wahrheit umhüllt. Jetzt werd ich noch ein bisserl die Welt umarmen. Das hab ich mir redlich verdient. Ja, jeder bekommt am Ende das, was er verdient. Ich geh jedenfalls davon aus.
* und beschwipst *hicks*
Hinterlasse eine Antwort zu Was für ein Theater! « richard k. breuer Antwort abbrechen