Termin A und Termin B finden am selben Tag statt. Nun gilt es, zu entscheiden, wofür man sich entscheidet. Aber so eine Entscheidung, sich ernstlich zu entscheiden, ist gar nicht leicht zu treffen. Eigentlich so gut wie unmöglich. Es sei denn, es spricht alles für z.B. Termin A und rein gar nix für Termin B. Aber, dann hätte es ja nie etwas zu entscheiden gegeben – und ich würde diesen Eintrag nicht schreiben.
Um eine Entscheidung herbeizuführen gibt es natürlich hunderte von Überlegungen – die können rational kalkuliert („was gewinnst du bei A, was bei B?“), die können emotional kalkuliert sein („was fühlst du, wenn du an Termin A denkst?“). Aber am Ende gibt es keine aussagekräftigen Antworten zu den Überlegungen, weil ins Blaue hinein gedacht werden muss. Würdest du wissen, was sich bei Termin A bzw. Termin B abspielen wird, ist eine Entscheidung leicht zu fällen – und ich würde diesen Eintrag nicht schreiben.
Es gilt abzuwägen. Hört sich gut an. Bringt aber rein gar nix. Weil es immer nur um Vermutungen geht. Und was wiegt eine Vermutung? Eben! Wir drehen uns im Kreis. Beide Termine haben ein Für, haben ein Wider. Jetzt stelle man sich noch vor, bei Termin A gäbe es eine gewisse Chance, dass X auftaucht. Jene(r) X, der/die dich träumen lässt (man kann es natürlich umkehren: der/die dich albträumen lässt). Zum Termin B wird X definitiv nicht erscheinen, wohingegeen Y mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit anwesend sein wird (aber auch darauf sollte man nicht bauen – plötzliche Krankheiten haben schon so manche gute Entscheidung in den Lokus gespült).
Moment, Moment!
Da fällt mir doch glatt das I-Ging ein. Beinah 5000 Jahre alt ist es, das chinesische Buch der Wandlungen, das ein Orakel beinhaltet, welches mit drei Münzen (oder Stäbchen, aber das ist mir zu kompliziert) gelegt werden kann. Es beginnt damit, dass man eine kurze Frage zu seinem Problem notiert, wobei die Frage so gestellt werden muss, dass sie nicht mit JA bzw. NEIN beanwortet werden kann.
So dann werden die Münze 6 Mal geworfen – was zu einem von 64 möglichen Hexagrammen führt. Je nachdem, wie die Münzen geworfen wurden, ergeben sich Veränderungen, die zu einem zweiten Hexagramm führen. Und diese beiden Hexagramme mit den Veränderungen sollen uns die Antwort auf die notierte Frage geben. Na, jetzt bin ich aber gespannt … wo ist denn das Bücherl?
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