Dornenvögelei in Peru

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Heut mit M. viele Stunden im Café Prückel verbracht. Dort hält man’s aus. Da kann ich dann guten Gewissens das Fräulein Laura mit- nehmen. Rotzfreche Kellner gibt’s da nicht, höchstens überforderte Kellnerinnen.

Jedenfalls erzählte mir M. im bunten Cinemascope von ihrer mehrere Monate dauernden Reise in Peru und den Erlebnissen, die für drei Romane reichen würden. Mitten im Dschungel trifft sie ihre große Liebe – einen ehemaligen Priester, dessen Wurzeln in Öster- reich liegen. Erkrankt an Lungenentzündung. Durchlebt Nahtod- Erfahrungen (Steinschlag, Wildpferde, Murenabgänge, Unwetter am See, ‚Entführung‘ in eines der Armenviertel) und heilt den entzundenen Fuß eines Ur-Tirolers (ja, es gibt ein kleines Dorf, in dem die Alteingesessenen noch die tirolerische Mundart pflegen: „Huck di her da und nimm an Kas.“) durch eine simple Fußmassage. Mitarbeit in einem Spital. Die Belegschaft bekniete sie, länger zu bleiben. Schließlich kommt sie nach Wien zurück. Und will am liebsten wieder nach Peru.

Sie wird mir ihre in Peru verfassten intimen E-Mails zukommen lassen. Vielleicht machen wir daraus einen wildromantischen Schlüsselroman. Beruht ja alles auf einer wahren Begebenheit. Soll mir keiner kommen und sagen, das war schon hundert Mal da – oder ich hätte nicht genug Phantasie – oder zu viel. Das Leben schreibt nämlich immer noch die besten Geschichten.

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9 Antworten zu „Dornenvögelei in Peru”.

  1. Avatar von LillY
    LillY

    Pruuuuuust!
    Hat sie den Kas mittels Handauflegen geheilt?

  2. Avatar von barbara
    barbara

    man glaubts kaum! na da muesste ja ganz schoen was an inspiration zusammengekommen sein.
    (aber meine mails kriegst nicht! waeren auch weit nicht so inspirierend)

  3. Avatar von Laura

    Café wie? Prückel? OK, notiert, dort müssen wir auch hin. Hauptsache, die Kellner sind freundlich und strahlend.
    Aus der unheimliche Geschichte deiner Freundin muss unbedingt ein Roman geschrieben werden, no matter what. Das glaubt ihr sonst keiner…
    Das Leben hat schon viel zu erzählen, das stimmt. Keine Angst, Richard, die Idee und Geschichte wird dir nicht geklaut, das überlassen wir dir. Ein wildromantischer Schlüsselroman? Leserin Laura wartet schon ungeduldig!

  4. Avatar von Richard K. Breuer

    @ barbara: aaah, auch barbara hat geheimnisvolle E-Mails? Ist sie gar in die Türkei, nach Bodrum entführt worden? Oder aus dem Linzer Serail? Uih, da spinnt der Dichter gleich mal ein paar Geschichten zusammen.

  5. Avatar von Richard K. Breuer

    @ Laura: also, strahlende Kellner findest du bei uns, in Wien so selten wie Gold auf der Straße. Kommt vor, aber nur einmal im Leben.

    Oh, meine bloggende PR funktioniert also? Eine Leserin kann ich demnach schon notieren? Dann fehlen mir noch … mal nachrechnen … etwa 329031 Leser, damit ich einen Bestseller lande. Aber alles beginnt mit einem kleinen Schritt. Und mit der großen Laura 😉

  6. Avatar von bluna
    bluna

    „Das Leben schreibt nämlich immer noch die besten Geschichten.“
    Das stimmt. Und deswegen lese ich auch am liebsten Biographien 😉

    Dieses Treffen hört sich nach viel Inspiration und Musenküsserei an. Ein neuer Roman ? Den will die Bluna haben.

  7. Avatar von Richard K. Breuer

    @ bluna: Neuer Roman? Eher würde ich als Herausgeber fungieren und mich dezent im Hintergrund halten. Schließlich hab ich das Ganze ja nicht erlebt, sondern erzählt bekommen. Könnte natürlich eine Biographie über M. schreiben. Hm?! Wär mal was anderes … ich geh mich kurz inspirieren 😉

  8. Avatar von blunaorange
    blunaorange

    Wie geht das ? Kurz inspirieren ??

  9. Avatar von Richard K. Breuer

    @ bluna: daran arbeit ich noch!

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