Während ich diesen Eintrag schreibe, höre ich das Lied „My Name is Lincoln“ vom Soundtrack „Die Insel“. Es ist jenes Lied, das im Trailer für „Elisabeth: The Golden Age“ Verwendung findet und mich merkwürdigerweise sehr stark in den Bann zieht. Ab und an, wenn ein Lied mein Inneres fasziniert, dann überlege ich mir, wie ein Video, ein Trailer über mein Leben aussehen könnte, unterlegt mit genau dieser Musik.
Die Kamera schwebt über den Dichter, gleitet nach unten. Er geht am Donauufer. Der Wind fährt in seine Haare. Er wirkt nachdenklich. Er bleibt plötzlich stehen. Sieht zur Seite. Schnitt. Der Dichter im Rampenlicht stehend oder sitzend. Lächelnd. Genießend. Zufrieden. Er wird beklatscht. Schnitt. Stille, leise, einsame Momente, in denen der Zweifel sichtbar wird. Ein leeres Blatt am Schreibtisch. Man hört im Off die vielen Stimmen der leisen und lauten Absagen und Ablehnungen, des Belächelt werdens. Schnitt. Die Kamera umkreist den Dichter am Donauufer. Er wirkt in sich gekehrt. Dann blickt er nach oben. Man spürt es. Die göttliche Inspiration. Schnitt. Am Tisch sitzend, das Papier mit nervösem Antrieb füllend, die Welt um sich vergessend. Dann wird die Feder abgesetzt, lehnt er sich zurück. Er ist zutiefst gerührt. Gerührt von diesem Funken, gerührt von diesem poetischen Flüstern. Er schließt die Augen. Für einen kurzen Moment ist er angekommen. Ist er bei sich und weiß um seine unzer- brechliche Kraft. Die Kamera entfernt sich, zoomt sich aus dem Zimmer und gibt den Blick auf das Fenster, das Haus, das Donauufer und die Donau frei.
Off:
Dichter „Es ist ein schöner Tag, Azadeh.“
Azadeh „Ja, es ist ein schöner Tag, mein geliebter Dichter.“
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