Laura H., Kunstfotografin, Aktionskünstlerin und Toiletten- fetischistin, lud mich zu sich nach Hause. Freilich, zuvor durfte ich meine Lippen für eine Minute in die Videokamera halten. Für einen kreativen Zweck, der sich mit „Muschis auf Tour 01″ recht obszön ausnimmt. Aber wer will behaupten, dass meine spröden Lippen frivol wären? [darüber müsst ich jetzt nachdenken]
Die neu eingerichtete Wohnung der zweizöpfigen Laura spielt freilich alle hübschen Stückerln. Da merkt man einfach die Hand und vor allem das Auge einer visuellen Künstlerin. Bilder und Photographien zieren (noch nicht alle) Wände und Türen. Gedichte laden am stillen Örtchen zum Lesen ein. Eine alte Küchenuhr aus den 60er tickt in der Küche – zwei weitere folgen noch („für New York und LA“). Die Curry-Suppe, der Sommersalat, das Korngebäck (von einer türkischen Bäckerei), der Weißwein, alles wunderbar abgestimmt, alles wohlschmeckend.
Später singen wir alte Ambros-Lieder („A Mensch möcht I bleiben“, „Tagwache“, „I drah zua“, „Heite drah I mi ham“, „Langsam wachs’ma zsamm“ und so weiter und so fort), eine Art kreativ- sentimentale Rückschau. Danach folgt Katie Melua, deren erstes Album ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte. Von „The closest thing to crazy“ kann ich nicht genug kriegen. Schließlich, weit nach Mitternacht, kramt sie ihr Manuskript hervor und liest daraus vor. Ja, die gute Laura nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Weshalb sich eine kurze Diskussion entspinnt, was ein Schrifsteller aus seinem erlebten Leben verwerten und verwenden darf. Ja, da könnte ich Geschichten erzählen …
Schließlich und endlich endet der Abend – Laura begleitet mich mit Lisa, ihrer Hündin, gegen 3 Uhr früh vor die Türe. Beide verabschieden mich freundlichst – Lisa ist mir vielleicht um die Nuance zu aufdringlich. Wer hätte gedacht, dass ich das mal sagen werde 🙂 [„Hunde spüren, wenn man ihnen aus dem Weg gehen möchte“]
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