Aha. Mit vaginalen Kunstobjekten scheint frau noch Feuer am Dach legen zu können. Die Kommentare zur kommenden Ausstellung in der Onlineausgabe von „die Standard“ sind wahrlich lustig. Bei manchen Menschleins hört sich Kunst auf, wenn sie unter die Gürtellinie zielt. Und der Spaß sowieso. Woran das wohl liegen mag?
Erinnert mich an die Foto-Ausstellung von Robert Mapplethorpe im Kunsthaus. Beworben wurden die hübschen, farbenprächtigen Blumenbilder. Ich überredete damals eine gute Freundin, mit mir dort hinzugehen („wird dir sicher gefallen“). Tja, und dann, dann standen wir mit einmal vor einer Reihe S/W-Fotos, die einen „homo-erotischen“ Hintergrund hatten. Mit anderen Worten: schwarzafrikanischer Penis hier, weißeuropäischer Penis da. Und wir standen nicht alleine da. Ein merkwürdiges Gefühl, Genitalien oder Akte in aller Öffentlichkeit (schamlos) zu betrachten und so zu tun, als würde man die Qualität der Kunst abschätzen wollen (er: „Schatz! Sieh nur, wie scharf das Bild ist. Da sieht man jede Kleinigkeit.“ – sie: „Meinst du das erigierte Glied, links von der ausgepeitschten Nonne … oder das andere Bild, rechts neben dem Fellatio machenden Matrosenpärchen?“).
Jetzt stellt sich für mich die Frage, ob man/frau von Kunst erregt werden darf. Oder ist das der Pornographie vorbehalten? Oder wird Kunst, die stimuliert, zu Pornographie? Gibt es nicht schon pornographische Kunst? Oder kunstvolle Pornographie? Vielleicht sollte ich diesbezüglich mal eine Feldstudie machen. Wo ist denn der nächste Pornoladen? Ah, seh schon. Museumsstraße 1.
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