Pucallpa

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Meine gute Freundin M. bereist für etwa einen Monat Südamerika auf eigene Faust. Ich dachte mir, ich veröffentliche ihre erste Nachricht an mich, weil ich denke, dass unsereins jetzt gemütlich zu Hause sitzt, Tee trinkt und von der weiten Welt träumt.

Ich bin zur Zeit in Pucallpa, das ist ein Staedtchen im Amazonas. Die letzten Tage habe ich in einem Indianerdorf der Shipibos ‚gehaust‘. Unglaublich, die Leute haben da nichts, nada!?! Und sie haben trotzdem nicht ungluecklich auf mich gewirkt ….. ich habe da am Boden geschlafen, zusammen mit Hunden, Katzen, Schweinen und Huehnern. Und mich 3 Tage nicht gewaschen, nachdem man mir erzaehlt hat, was sich da so alles im Flusz tummelt….. 😉 z. B. 10m lange Anakondas und Piranhas mit einem Durchmesser von ca. 40cm, die auch immer wieder Menschen verspeisen!?! Ein Klo gab’s natuerlich ebenfalls nicht, man sucht sich einfach irgendwo ein ruhiges Platzerl. Niemand arbeitet dort fuer Geld, jede Familie hat durchschnittlich 10 Kinder. Die Kinder waren ueberhaupt der Hammer – sie haben mich bis auf die Unterhose ausgezogen und bestaunt. Anfangs waren sie noch sehr scheu, aber am 2. Tag bin ich sogar schon gelaust worden – zum Glueck ohne Erfolg!?!

Ich habe bei einem Schamanen gewohnt, und mir (als Zuschauerin) eine Ayahuasca-Zeremonie gegeben. (Ayahuasca ist eine hier total gaengige Urwalddroge, die einem auch staendig angeboten wird. Ich hab‘ sie mir allerdings (noch) nicht gegeben, da das nicht ganz ungefaehrlich ist – es sterben immer wieder Leute, v. a. Touristen, daran.) Sehr beeindruckend…… eigentlich habe ich mir gedacht, dasz er fuer seine Zeremonien irgendwelche Utensilien braucht, aber auch er hat nichts!?! Seine ganzen Schaetze (Tabak, eine Taschenlampe, ein Messer) passen in ein kleines Holzkaestchen.

So wie auch schon bei meiner letzten Reise, war ich wiedereinmal wetterbedingt von der Umwelt abgeschnitten. Eigentlich wollte ich ja nur 1 Nacht bleiben, aber dann waren die Straszen durch den Regen unpassierbar und ich muszte warten, bis wieder ein Auto durchkommt.

Alles very abenteuerlich……

10 Antworten zu „Pucallpa“

  1. Avatar von LillY
    LillY

    I’m deeply impressed.
    Reizen tät mich das ja auch irgendwie. Jetzt geh ich mir aber die Zahnreihen schrubben und träume von der weiten Welt.
    (wie alt ist die Dame, in etwa?)

  2. Avatar von LillY
    LillY

    Holla, es ist erst halb eins. Das wollt ich nur sagen, falls ein daheimgebliebener Reserveschamane fragen sollte, wieso ich noch nicht im Bett bin.

  3. Avatar von Richard K. Breuer

    Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Äuglein zu. Antwort folgt morgen, LillY.

  4. Avatar von Richard K. Breuer

    Geh, LillY, so eine Reise ist nur was für Hartgesottene.

    Die gute Freundin ist um die 35 – hat vor vier Jahren eine Krankenschwesterausbildung begonnen (obwohl sie im Banken- und IT-Bereich gut verdiente) und sie voriges Jahr mit Auszeichnung abgeschlossen.

  5. Avatar von LillY
    LillY

    Respekt – was bin ich für eine langweilige Person ….

  6. Avatar von Laura

    Oje, Anacondas, Piranhas? Schweinen? Ups, der grossdorf namens Yaoundé finde ich doch superbequem, Entschuldigung, ich habe nichts gesagt…

  7. Avatar von Richard K. Breuer

    Ich hab bitteschön bereits Bilder von Yaoundé gesehen – Großdorf kann man das ja nicht nennen. Sieht wie eine morderne Kleinstadt aus. Freilich, ich war ja noch nicht dort.

    Du warst ja mal im Dschungel/Wald, bei einem Teil deiner Familie, nicht? Ich erinnere mich dunkel (Autopanne!) …

  8. Avatar von Laura

    Yaounde ist schon eine moderne Stadt… Aber „Grossdorf“ ist nicht nur geographisch gemeint…

  9. Avatar von Laura

    Aber im Weg zum väterlichen Dorf, Südwesten Kameruns, ja, da kann man fast von Dschungel reden…

  10. Avatar von Richard K. Breuer

    Wusst ich’s doch …

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