Nun denn. Um den Blog-Thron zu erklimmen, muss der gewiefte Schreiber in die Niederungen des Alltags hinabsteigen und aus einer lächerlichen Mücke einen imposanten Elefanten machen. Am besten, man zaubert ein bisserl. Live und ohne Netz. Nichts für Nerven- schwache. Simsalabim.
Der Dichter zu Wien versucht sich an Palatschinken
Keine große Sache. Möchte man meinen. Aber am Ablaufdatum des „Universal“-Weizenmehls kann man gut erkennen, wie oft in der Küche des Dichters gewerkt wird: Sommer 2007. Aber es sieht noch okay aus und wird verwendet. Die Zeiten sind ja längst vorbei, als man beim Nachbarn anläuten konnte, um sich etwas zu borgen.
Das Kochbuch ist ein Erbstück und stammt aus den 1930ern: „Was koche ich heute?“ [2300 Speisefolgen und 2400 Rezepte!] Freilich, die gebrochene Schrift (Schwabacher Fraktur?) sollte man schon lesen können. Hier das Rezept:
Palatschinken: 10 dkg Mehl, 1 Dotter und 1 ganzes Ei, etwas Salz, 3 dkg Staubzucker werden mit zirka 1/4 Liter Milch zu einem glatten Teig verrührt. In einer Omlettepfanne lassen wir ein bisschen Fett sehr heiß werden, geben dann soviel Palatschinkenteig hinein, dass der Boden der Pfanne, die wir ein bisschen drehen, damit sich der Teig gleichmäßig dünn verteilt, bedeckt ist. Über den Feuer wird zuerst die eine Seite schön goldgelb gebacken, dann mit der Backschaufel gewendet und die andere Seite gebacken und nachher jedes Stück mit Marillenmarmelade gefüllt, zusammengelegt, auf einer Platte angerichtet und mit Zucker bestreut.
Klingt machbar, oder? Uhrenvergleich!
Es ist 13:11 und der Magen knurrt!
update:
14:35 Magen gefüllt. Ein bisserl flau. Kaffee köchelnd.
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