Das Web eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, einerseits über sich viele Informationen preizugeben, andererseits über andere viele Informationen einzuholen. Gestern lernte ich A. kennen. Sie ist die neue Freundin von M., den ich schon seit Ewigkeiten kenne. Als ich mich nach einer netten Plauderei verabschiedete, fragte ich nach ihrer WebSite, von der sie im Gespräch erzählte. Sie gab mir die Adresse.
Heute habe ich sie mir durchgesehen, die WebSite. Und bin einigermaßen verblüfft. Weil ich dachte, die Menschen halten sich wohlweislich bedeckt, aus der Befürchtung (Angst) heraus, dass jemand die privaten Informationen auszunutzen oder missbräuchlich zu verwenden weiß. Da kann die LillY ja ein „Stalker“-Lied singen.
A. hat hier aber keinerlei Ängste. Mehr noch, ich konnte auch ihre privaten Tagebucheinträge lesen, die das eine oder andere, sehr persönliche, Detail verrieten. Wie geht man als Außenstehender damit eigentlich um? Wenn man Web-Puzzlestücke mit dem wirklichen Leben in Verbindung setzen kann? Wenn man mehr weiß, als man vielleicht wissen wollte?
Erinnert mich an Tom, dem ich einmal eine Geschichte erzählte und er mir sagte, dass er es schon auf meinem Blog gelesen habe. Merkwürdig ist es, wenn es in Zukunft nicht mehr heißt: „Hab ich dir das schon erzählt?“ sondern: „Hast du’s schon gelesen?“
Und was, wenn andere meine Web-Puzzlestück (davon gibt’s genügend) mit meinem richtigen Leben in Verbindung setzen? Dann ist das nicht nur dumm gelaufen, sondern blöd gebloggt. Sozusagen.
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