Am Eröffnungstag der Frankfurter Buchmesse, noch im Taumel der auf mich einstürzenden Eindrücke, stolperte ich mehr durch Zufall, denn durch gewissenhafte Suche (was einem auffällt: es kommt einem vor, als wären alle Besucher permanent auf der Suche) bei der Druckerei C. H. Beck vorbei. Kurzerhand überwand ich die Schwellenangst (obwohl es auf Messen gar keine Schwellen und Türen gibt) und sprach jemanden an. Herr Mayr bot mir Platz und Kaffee an. Beides lehnte ich natürlich nicht ab. Die Bayrische Bodenständigkeit gefiel mir. Keine Frage, die Druckerei genießt im meinem (natürlich eingeschränkten und sehr subjektiven) Druckerei-Universum einen sehr guten Ruf. Und haben wir nicht erst unlängst gehört (besser: gelesen), dass die Manu dort ihre Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht hat?
Bei der Druckerei CPI Books spürte man die Lässigkeit des Klassenprimus (laut WebSite ist deren Produktionskapazität 800.000 Taschenbücher TÄGLICH! Will ich das glauben? Unfassbar, oder?) Man offerierte mir ein Glas Wein, das ich ablehnte. Ein wenig später ließ ich mich von der entzückenden Frau Fangmann für ein Glas Orangensaft überreden. Ihr alteingesessener Kollege ist bereits das xte Mal (waren es über 26?) auf der Messe. Beeindruckend! Meine Anfrage („ich würde gerne Taschenbücher drucken lassen“) wurde mit einem Stirnrunzeln beantwortet, weil die gedruckte Stückanzahl doch recht gering ist. Für CPI. Aber da es nun auch eine kleinere Druckerei in der Tschechoslowakei gibt, die zugekauft wurde (Moravia), könnte mein Auftrag bei dieser abgewickelt werden. Fein. Und weil wir gerade beim Plaudern waren, zeigte man mir die neueste Errungenschaft: einen flexiblen Hard-Cover-Umschlag, einen flexiblen Soft-Cover-Umschlag. Kurzerhand gab man mir zwei Musterbücher mit. Die technischen Details muss ich mir im Internet genauer ansehen. Hat mir gefallen. Ich war so frei, Frau Fangmann ein Tiret-Notizbuch zu überreichen. Ich hoffe, es ist bis nach Leck gekommen.
Die Fuldaer Verlagsanstalt bestach durch ostdeutsche Herzlichkeit, will heißen: es wirkte ein wenig spröde (im Vergleich zu den anderen beiden), dafür gibt es nichts, was die Fuldaer nicht machen würden und die Herren Rossel und Alt ließen keine Zweifel aufkommen, dass der Kunde nicht an erster Stelle stehen würde. Die Musterbeispiele an Büchern, die sie bei ihrem Stand ausstellten (Karl May Bücher, Krimis vom Gmeiner Verlag), zeigten, dass sie einen guten Job machen. Bei meiner bescheidenen Auflage (wenn die anderen Druckereien nur seufzen, ob der geringen Menge), dürften die Mannen aus Fulda sicherlich nicht Nein sagen. Und das ist gut zu wissen.
Ergänzung: Johnny Duran, der Buchhändler in der Brigittenau, gab mir den Kontakt zu einer Niederösterreichischen Druckerei („sag denen, dass du von mir kommst“). Aha. Vielleicht liegt das Gute doch näher als man denkt.
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