Heute werde ich meine im deutschen Sprachraum (vielleicht sogar weltweit) einzigartige Analyse über den (vermeintlichen) Anschlag von Nizza, 14. Juli 2016, veröffentlichen. Rund 50 A4-Seiten lang, geht der Artikel auf viele Details ein und zeigt die vielen Widersprüche, die bis dato von den französischen Behörden noch nicht geklärt und von den in- wie ausländischen Medien ignoriert wurden.
Ich habe mehrere Woche sehr intensiv an dieser Analyse gearbeitet, habe englische und französische Texte übersetzt, habe Zeugenaussagen transkribiert, Fotos und Videoclips durchgesehen und im Web immer wieder nach Kommentaren und Interpretationen gesucht. Letztendlich komme ich zum Schluss, dass das offizielle Narrativ unstimmig, widersprüchlich und widersinnig ist.
In den drei deutschen Foren, in denen ich mich kurzerhand anmeldete, in der Hoffnung, eine fruchtbare Diskussion führen zu können, wurde ich bitter enttäuscht. Es scheint, als würden sich Wahrheitssucher (Truthseekers), Verschwörungstheoretiker und Sherlock Holmes Spürnasen – Skeptiker allesamt – selbst im Wege stehen. Dabei dürfen wir natürlich nicht außer Acht lassen, dass bezahlte Agents Provocateurs auch in Online-Medien, sozialen Netzwerken sowie Foren ihre Runden ziehen und nichts unversucht lassen, um interessante Gespräche und Gedankengänge mittels Kommentare zu verwässern, ins Lächerliche zu ziehen oder ins Leere laufen zu lassen. Auch praktizieren diese den Trick, mit großem Eifer immer wieder auf nebensächliche Details hinzuweisen, um unerfahrene Skeptiker vom großen Ganzen abzulenken.
Dabei kann man sich niemals sicher sein, ob unabhängige Medienportale wirklich unabhängig sind. Es ist nicht auszuschließen, dass sie zu einer kontrollierten Opposition gehören, die nach außen hin vorgeben, kritisch gegenüber Behörden und Medienhäuser eingestellt zu sein, tatsächlich aber Teil des Systems sind. Nach dem ich mich die letzten Jahre recht intensiv mit den alternativen Medien/Blogs auseinandergesetzt habe, ist mein Eindruck, dass es nur noch wenige authentische gibt, die es ernst meinen und somit vertrauenswürdig sind.
Bezüglich der sozialen Medien, vor allem facebook und twitter, ist mir in den letzten Jahren aufgefallen, dass diese immer öfter als Werkzeug eingesetzt werden, um die breite Masse in die eine oder andere Richtung zu lenken. Nach beinahe jedem (vermeintlichen) Anschlag werden beispielsweise facebook-Profilbilder zu einem politischen Statement verändert. Daneben bildet sich meist ein selbstgerechter Mob, der jede Skepsis gegenüber dem offiziell verlautbarten Tathergang mit wütender und anklagender Stimme vom virtuellen Tisch fegt. Wage es nicht, so der Tenor dieses Mobs, die Toten lächerlich zu machen! Dabei geht es in erster Linie um die Aufklärung eines Verbrechens und Aufdeckung von Widersprüchen im offiziellen Narrativ. Sollte ich jemals Opfer eines Verbrechens werden, würde ich mir wünschen, dass dieses vollständig aufgeklärt und nicht nur der Täter, die Täterin, sondern auch eventuelle Hintermänner, Hinterfrauen dingfest gemacht und zur Verantwortung gezogen werden. Virtuelle und reale Trauerkundgebungen mögen vielleicht sehr löblich und anständig sein, verhelfen aber in keiner Weise, die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Kurz und gut, während der gewöhnliche Bürger über die Gefahr der breiten Masse in Schule und Tageszeitung aufgeklärt wurde, sieht er die sozialen Medien davon befreit. In einer Abhandlung zu Canettis Buch Masse und Macht lesen wir in der NZZ:
»Was die Masse angeht, vertritt Canetti bis zum Schluss einen höchst pathetischen Gedanken: Die Masse ist keine menschliche, sondern eine universelle Erscheinung. Wenn sich Menschen zu einer Masse zusammenscharen, vollziehen sie damit nicht einfach eine politische, gesellschaftliche Bewegung, sondern sie ahmen einander nach.«
Tatsächlich tritt die Masse auch in den sozialen Medien auf und ahmt einander nach. Wie wohlig es einem das Herz wärmt, wenn man sich dort mit Gleichgesinnten zusammentun und sich gewiss sein kann, am rechten bzw. linken Fleck zu stehen. Diskussionen gibt es nicht. Es sind kurze Monologe, die jedermann und jedefrau in das einseitige Gespräch einwirft. Da es bei den wichtig(st)en Themen für gewöhnlich um nichts anderes als die verinnerlichte Glaubenswelt geht, ist das Abwehrverhalten um so heftiger und böswilliger. Deshalb ist es ratsam, als Skeptiker, sich in den sozialen Medien nicht zu sehr zu involvieren. Die Masse kann einen einzelnen Aufrechten ziemlich schnell in den Boden stampfen.
Zu guter Letzt bleibt die Frage, was ich mir von meiner detaillierten Analyse über den (vermeintlichen) Anschlag in Nizza erwarte. In dieser Frage liegt freilich die Crux der menschlichen Zivilisation: der Einzelne, der allein nicht imstande ist, gegen die Mächtigen bzw. gegen das System etwas auszurichten, ist aber wiederum notwendig, um eine Initialzündung in der Gesellschaft auszulösen, die es erst ermöglicht, überhaupt eine Veränderung in Gang zu setzen. Thomas Jefferson, einer der Gründerväter und spätere Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika schrieb:
»Ich halte es für richtig, dass eine kleine Rebellion, hie und da, eine gute Sache ist, und in der politischen Welt so notwendig ist wie Stürme in der physischen. […] Es ist eine Medizin, die notwendig ist für die Gesundung einer Regierung.« / I hold it, that a little rebellion, now and then, is a good thing, and as necessary in the political world as storms in the physical. […] It is a medicine necessary for the sound health of government.
Memoirs, Correspondence, and Private Papers of Thomas Jefferson: Late President of the United States, Band 2, London 1829, S. 87.
Der Einzelne ist gegenüber dem System natürlich ein kleiner unbedeutender Wurm, der ohne Probleme zertreten werden kann. Für gewöhnlich ist das aber gar nicht nötig, da so gut wie niemand Notiz von einem kleinen Wurm nimmt und dieser sich früher oder später enttäuscht in seine innere Höhle zurückziehen wird. Er lässt die Welt Welt sein, es bekümmert ihn nicht mehr, soll die Sintflut nur kommen. Kippt der skeptische Wurm in die Depression (vulgo Wurschtigkeit), hat das System den Sieg davongetragen und ist wieder stärker geworden.
Was auch immer durch meine Analyse erreicht oder nicht erreicht wird, ich nehme mir vor, standhaft zu bleiben, weder die schreibende Flinte ins Korn zu werfen, noch den skeptischen Kopf in den Sand zu stecken, kurz: Ich möchte nicht klein beigeben. Das ist natürlich leicht hingeschrieben, an diesem herrlichen Spätsommertag des 30. August 2016, vor allem, weil die guten wie schlechten Dinge noch vor einem liegen. Später, wenn die kaltfeuchten Novembertage ins Land ziehen, wenn die stumpfe Sinnlosigkeit immer wieder an die Tür klopft, wer vermag da noch Kraft genug haben, die schreibende Feder wie ein Schwert zu führen?


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