68 Jahre Staatsvertrag und die Neutralität Österreichs, die sich langsam in ein Nichts auflöst

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Heute vor 68 Jahren standen die österreichischen Regierungsvertreter am Balkon von Schloss Belvedere und präsentierten stolz den unterzeichneten Staatsvertrag. Außenminister Figl verkündete jenen kurzen Satz, der in die Geschichte eingehen sollte: „Österreich ist frei!“.

Für diese Freiheit mussten wir freilich Konzessionen eingehen. Beispielsweise wurde die „immerwährende Neutralität“ und das Verbot, militärische Raketenwaffen zu besitzen und zu verwenden, vertraglich festgehalten. Dummerweise dachte damals niemand ernstlich über Wirtschaftssanktionen nach, die de facto einen Konflikt, vielleicht sogar Krieg auf Wirtschafts- und Finanzebene darstellen. Mitgehangen, mitgefangen, wenn man so will. Und gegenwärtig diskutieren die EU-Funktionäre über eine militärische Einsatztruppe nach. Wird man für das kleine Österreich eine Ausnahme machen oder uns höflich bitten, ein Truppenkontingent zu stellen?

Eh man sich versieht, stolpern wir erneut in einen Weltenbrand – ohne es natürlich gewollt zu haben. Ob es spät hin dann noch ein Schloss Belvedere geben wird, um ein weiteres Mal den Frieden und die „immerwährende Neutralität“ zu verkünden, ist fraglich. Weltkriege tendieren dazu, alles in Schutt und Asche zu legen.

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