Willkommen in der Zukunft, die Gegenwart heißt #Monitor #Laptop

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Es wurde langsam an der Zeit. Wahrlich. Wie lange werkelte mein alter PC, natürlich im Stehen, so vor sich hin? Gekauft und verwendet wurde er um 2012. Über zehn Jahre also. In Zeiten der immer schneller werdenden technischen Entwicklung entsprechen zehn Jahr wohl dem menschlichen Pensionsantrittsalter. Während ich diese Zeilen tippe, habe ich ein Auge auf die Temperaturen des Laptops. Obwohl ich nichts Besonderes mache, geht der Lüfter kurz an und wieder aus. Nervend. Dabei war er anfänglich, vor zwei Monaten, ruhig und gemütlich. Es steht zu befürchten, dass ein Update diese angenehme Phase zerbröselt hat. Ärgerlich. Natürlich werde ich versuchen, Abhilfe zu schaffen. Dem Internet sei Dank, sollte es Tipps und Tricks dafür geben.

Der Laptop ACER Predator Helios 16 ist eigentlich ein ordentliches Stück Computer. Die Qualität stimmt. Die Anschlussmöglichkeiten ausufernd. Zeitgemäß die verbaute Technik: mit einer NVIDIA 4060 Grafikkarte bestückt, die einen hübsch farbigen 16:10 Bildschirm bespielt. Nur diese hochdrehenden Lüfter spucken mir in die Suppe. So ist das. Gewiss, höre ich Musik, lasse ich meine Ohren mit den beeindruckend kleinen, aber lieblichen CREATIVE Pebble Pro Lautsprechern umgarnen, sind die Lüftergeräusche natürlich nicht wahrnehmbar. Habe mir angewöhnt, die Lüfter mit der geringstmöglichen Drehzahl laufen zu lassen. Das ist dann ein stetiger und vertretbarer Geräuschpegel, der akzeptabel für einen sensiblen Creator ist. Zugegeben, für gewöhnlich nutze ich für meine schreibende Kreativität meinem HUAWEI Laptop, der sich still und leise verhält. Diesem Gerät habe ich viel zu verdanken, habe ich dort meine neue Roman-Serie Alice geschrieben und Azadeh überarbeitet. Zumeist in einem Kaffeehaus, wie es sich gehört.

Mein alter Monitor – ein 19 Zoll Eizo L778 – hat mir gute Dienste geleistet. In den Ruhestand darf er freilich noch nicht gehen, so lange ich die ADOBE Creative Suite 2.0 verwende. Das ist auch der wunde Punkt der Modernisierung, funktionieren alte und liebgewordenen Softwareprogramme nicht mehr oder nur mit gutem Zureden. Nervend. Aber es ist wie es ist.

An den neuen Monitor ACER CB 273U muss ich mich erst gewöhnen. Der Umstieg von 19 auf 27 Zoll ist beträchtlich. Da weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Aber die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen, will man gleichzeitig an hundert Dingen arbeiten. Das ist ja die Crux dieser Epoche, dass der gewöhnliche Mensch in der Lage ist, viele Dinge gleichzeitig zu tun – aber am Ende nichts Ganzes fertig bringt. Der Monitor fungiert als USB-Hub. Dachte ich mir. Aber heutzutage sind nicht mal 4 USB-Anschlüsse ausreichend. Seufzend musste ich es zur Kenntnis nehmen. Und niemand, der an der Seite Geräte für den Dauerbetrieb anstecken möchte. Also wird es dann doch noch einen weiteren USB-Hub geben müssen. Oh, dieses Kabelwirrwarr. Hand aufs Herz, Bluetooth-Geräte wollen mir nicht ins Haus und schon gar nicht auf den Schreibtisch. Mir reichen schon die WLAN- und Mobilfunk-Wellen, die mir das Gehirn erwärmen, da muss ich nicht auch noch Öl ins Feuer gießen, nicht?

Also heißt es, das Kabelwirrwarr zu akzeptieren. Immerhin hat man es hier mit einem HomeOffice zu tun. Wie viele Stunden verbringe ich vor dem Monitor? Und wie viele Stunden auf der Couch? Eben.

Natürlich frage ich mich, ob ein 27 Zoll Bildschirm wirklich nötig ist. Hätte ein kleinerer nicht auch gereicht? Dahingehend ist die Auswahl freilich bescheiden. Scheinbar wollen alle ins Große gehen. Verständlich, macht der Alltag den Menschen klein.

Der Mensch, das steht fest, ist ein Gewohnheitstier. In ein paar Wochen weine ich dem alten Monitor keine Träne mehr nach, fühle ich mich mit dem Setting pudelwohl. Aber der Anfang, die Umstellung, ein zäher Kampf zwischen alten Gewohnheiten und neuen Empfindungen. Früher einmal, ja, da jubelte das Kind in mir, wenn es Neues unter dem Weihnachtsbaum liegen sah. Sofort musste alles mit neugierigen und funkelnden Augen ausprobiert werden. Aber die Erfahrung, die mit den Jahren gemacht wird, zeigt, dass das Neue oftmals Probleme bereitet und am Ende einen langwierigen Eingewöhnungsprozess zur Folge hat. Die Industrie verspricht „plug and play“, die Realität von „plug and pray“. So ist das, im Jahr 2023, das in ein paar Tagen zu Ende gehen wird.

Und jetzt, ja, jetzt werde ich ein Spielchen wagen. Am Tag nach Heilig Abend ist es erlaubt. Wehmütig erinnern wir uns an all die Christtag-Morgenstunden, als der kleine Junge es gar nicht erwarten konnte, die neuen Spielsachen auszuprobieren und mit dem ganzen Sein im Spielen aufzugehen. In diesem Sinne.

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