Heute die Auswahl für meine Porträt-Fotos, die die wunderbare Melanie Eugénie Ziegler machte, getroffen. Gar nicht so einfach. Welches der Fotos im Buch Azadeh Verwendung findet, wird noch abgestimmt. Zu guter Letzt die Druckfahne, die eigentlich ein Vorab-Taschenbuch ist, durchgesehen und die Überarbeitung damit abgeschlossen. Fini.

Lange, viel zu lange habe ich mit der Durchsicht zugebracht, was wohl damit zu tun hat, dass der Autor in den Sog einer Torschlusspanik geraten ist. Über zwanzig Jahre wurde mal mehr, mal weniger, mal gar nicht, am Text gearbeitet und nun geht es dem Ende zu, muss die Überarbeitung der Überarbeitung der Überarbeitung abgeschlossen werden. Ein schrecklicher Gedanke, alsbald nichts mehr ändern zu dürfen und damit auf Gedeih und Verderb dem fertigen Text, der aufs geduldige cremige Munken-Papier gedruckt werden wird, ausgeliefert zu sein.
Im letzten Durchlauf liest der Autor das Buch gänzlich anders. Was noch vor Monaten der Autor als eine perfekte Geschichte empfunden haben mag, ist nun – in den Augen des erfolgssüchtigen Verlegers bzw. des stets unzufriedenen Marketingchefs – ein lauwarmes Geschreibsel, dem kein besonderer Zauber inne wohnt.
Es fehlt gegenwärtig an Feedback. Positivem, versteht sich. Gerne auch Lobhudelei. Meine wunderbare Lektorin FB. hat sich jedenfalls alle Mühe gegeben, mit neutralem Blick den Text zu bewerten. Sie fand lobende Worte, musste aber seufzend feststellen, dass sie manche Zusammenhänge, die ich ihr im Gespräch erklärte, nicht erfassen konnte. Als Autor finde ich es nicht weiter schlimm. Jeder Text, der sich einer einzig gültigen Auslegung widersetzt, lässt dem emanzipierten Leser die Wahl. Gut möglich, dass ich im persönlichen Gespräch – beispielsweise nach einer Lesung – meine Sichtweise erklären werde – aber nach so vielen Jahren entwickeln Texte ihr Eigenleben und jede Interpretation mag eine richtige sein.
Jetzt gilt es, auf das Korrektorat der Druckfahne zu warten. Währenddessen müssen verlegerische und grafische Fragen geklärt werden. Die Illustration auf dem Buchcover ist von einem ausländischen Grafiker, der mir vor Jahren sein Einverständnis gab und für die Verwendung 500 USD verlangte. Auf meine Frage, wohin ich den Betrag zu überweisen habe, bekam ich keine Antwort. Was ich auch anstellte, er ist wie vom Erdboden verschwunden. Es mag vielleicht damit zu tun haben, dass der Künstler in der Ukraine lebt, wo die damaligen und gegenwärtigen Umstände jedes Dasein auf die Probe stellen. Ich will jedenfalls hoffen, dass er wohlauf ist und mit einem zufriedenen Lächeln den Buchumschlag absegnet.
Meine neue Webseite, die das WordPress-Blocksy-Theme verwendet, hat noch nicht die Runde gemacht. Ich gehe es langsam an. Meine neu gestaltete Visitenkarte – mit der neuen Webseite abgestimmt – haut mich (leider) nicht vom Hocker. Eventuell werde ich da früher oder später eine andere Lösung finden – aber gar nicht einfach, auf engstem Raum Interesse für mich und (vor allem) meine Bücher zu wecken. Die Möglichkeiten (Größe, Papier, Veredelung, usw.) sind praktisch grenzenlos – dabei gilt freilich im Hinterkopf zu behalten, dass das Ergebnis nicht mir, sondern der breiten Masse gefallen muss. So ist das, wenn man sich dem Marketing auszuliefern hat.
Jetzt heißt es, das Pfingstwochenende zu genießen, die Batterien aufzuladen und sich frohen Mutes für den kommenden Kampf zu rüsten. Ja, das Verlegen eines Buches ist kein Zuckerschlecken. Die Gefahr an Diabetes zu erkranken ist somit recht gering.

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