3 Minuten Glückseligkeit

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Ein gutgemachter Film-TRAILER ist pure Illusion, pures Adrenalin. Mein Körper kann gar nicht anders, als eintauchen, abtauchen und erst wieder am Ende auftauchen. Erregendes Gefühl. Weil für eine kurze Zeit das Bild mit der Musik und der Geschichte in einer (hoffentlich) perfekten Harmonie verschmilzt. Ja, so ein Trailer kann schon süchtig machen. Immer und immer wieder muss er abgespielt werden. So lange, bis Augen und Ohren gesättigt, die Nerven beruhigt sind. Manchmal, seltene glückselige Momente, lösen die stakkatoartig zusammengesetzte Bilderflut einen eigenen Film im Kopf aus. Antrieb für Zukünftiges! Wunderbar!

Ein Trailer hat mit dem Film per se nichts zu tun. Er muss als eine eigenständige Kunstform betrachtet werden. So gibt es genügend Beispiele von perfekt inszenierten Trailers, wohingegen der Film mäßig, druchschnittlich, langweilig, unspannend, sentimental, un- erotisch, kitschig, lächerlich, lachhaft, einfach schlecht gemacht sein kann. Man vergleiche also bitteschön nicht Äpfel mit Birnen.

Als Aperitif empfehle ich die folgenden Leckerbissen:

der brandneue Trailer zum Sequel zu Elizabeth: The Golden Age – schon alleine der letzten Szene wegen. Da merkt man dem Regisseur Shekhar Kapur an, dass er Inder, respektive Pakistani ist. Wer sonst würde einem wallenden Stoff so einen breiten Raum geben?

ein anderes Historiendrama spielt ebenso in England, aber etwa 200 Jahre später: Amazing Grace. Wunderbare Schauspielkunst. Man sehe sich nur den alten Albert Finney und den jungen Ioan Gruffudd an, dazu höre man die Musik, die einen schon mal zu Tränen rühren kann (so man sich umrühren lässt, wohlgemerkt).

11 Antworten zu „3 Minuten Glückseligkeit”.

  1. Avatar von barbara
    barbara

    dank trailer und werbung war spiderman3 (ja schau! war gar nichtmal so schlecht) leider nur noch halbso spannend. sohnemann hat natuerlich schon vorher fast alles gesehn und mich dann freundlicherweise! im vorhinein immer gleich gewarnt , wenn es gleich wieder besonders spannend und wild wird.

    ( so und jetzt sagst ma mal wieso ich keine antwortmails auf meine kommentare hier krieg? oder geht das hier etwa nicht ?)

  2. Avatar von bluna
    bluna

    Irgendwie beginnt jeder Kino- Abend mit einem, na ja, nennen wir es mal, Kurzfilm- Festival.
    Viele, oft minutenlange, Trailer machen Werbung für die bald erscheinenden Filme. Eigentlich sollte man dadurch ja reichlich Vorfreude auf die kommenden Filmchen bekommen, blöd nur, wenn diese Vorfreude gleich durch die Vorfilme selbst getrübt wird. Denn manches Mal ist der Trailer mehr Appetitzügler, denn -Anreger. Er zeigt tolle Szenen, lässt dem Zuschauer das Wasser im Munde zusammenlaufen – bis sich die Sache gegessen hat.
    Sie sind nämlich, wie die Bluna findet, längst keine kleinen Appetit-Happen mehr, sondern richtige Mahlzeiten. Die Story des jeweiligen Filmes wird nicht mehr nur kurz angerissen, sondern zu großen Teilen durchschaubar. Die Clips zeigen oft ein „Best-Of“ des Films: Die spektakulärsten Action-Szenen werden herausgehauen, unerwartete Wendungen aufgedeckt und die lustigsten Pointen verpulvert. So verspielt der Film einige seiner stärksten Momente – bevor er überhaupt im Kino anläuft. Großes Kino schmeckt zwar, aber macht es uns in dieser Kurz-Version auch zwangsläufig den beworbenen Film schmackhaft? Mir geht es mittlerweile oft so, dass ich nicht, wie man eigentlich erwarten sollte, voller gespannter Erwartung zurück bleibe, sondern mit dem Gefühl, den Film bereits zu kennen, bevor ich ihn überhaupt gesehen hab.

  3. Avatar von bullion

    Volle Zustimmung. Trailer sind kleine Kunstwerke und besonders in der Montage meist effizienter, als ihre abendfüllenden Versionen.

  4. Avatar von Richard K. Breuer

    @ barbara: naja, Kommentare werden schon kommentiert, nur halt nicht direkt zum Gast-Kommentar. Das ist ein wenig mühselig, aber was soll’s, Hauptsach uns wird net fad. Aha, Spiderman 3 schon gesehen, in der Türkei? Wird der Film synchronisiert? Wie klingt das?

  5. Avatar von Richard K. Breuer

    @ bluna: Stimmt! Wer den Trailer gesehen hat, hat auch den Film bereits gesehen. Das liegt daran, dass die Produzenten heutzutage genau wissen, wie ein Trailer funktionieren muss, damit er beim Publikum ankommt. Zwar wird nicht alles verraten, aber da man prinzipiell weiß, dass Hollywood-Prinzen in den Sonnenuntergang reiten, kann man sich den Film im Kopf gut (und zuweilen besser) zusammenstückeln. Am liebsten wäre mir eine Trailer-Show im Kino. Zwei Stunden nur Trailers. Obwohl, ich glaube, satt würde ich dann auch nicht werden.

  6. Avatar von barbara
    barbara

    nein, der laeuft im original. da wir ja dank trailer eh schon bescheid wussten, wars auf fuer den jungen englishbeginner auch kein problem.
    hier werden eigentlich nur kinderfilme synchronisiert, die anderen laufen grossteils in original ( was bei amelie vor ein paar jahren etwas schwierig war, da wir in der schule kein franzoesisch hatten[dafuer russisch!] und ich damals noch kaum tuerkisch konnte)

  7. Avatar von Richard K. Breuer

    @ barbara: wenn ein Film gut gemacht ist, dann muss man die Sprache nicht unbedingt verstehen. Es sei denn, die Sprache ist der Film … Russisch? Naja, in der Türkei wirst du es vielleicht eher brauchen als französisch. Äh …

  8. Avatar von barbara
    barbara

    naja… drum ist es besonders traurig, dass russkaja grad eben den amadeus doch nicht bekommen hat.
    (toll das ich mir das jetzt hier anschaun kann, obwohls bei euch erst morgen ins fernsehn kommt! ha!) dem netzt sei dank.

  9. Avatar von Richard K. Breuer

    @ barbara: who the hell is russkaja? Hab ich da was verpasst?

  10. Avatar von barbara
    barbara

    die kennst du nicht? das sind doch eh die wiener russen (russischer ska).
    den linzer aus der gruppe kenn ich, und ich hoff ich hab im sommer das glueck sie mal spielen zu sehn.
    so, jetzt hast auch du wieder was dazugelernt.

  11. Avatar von Richard K. Breuer

    @ barbara: Russischer Ska? Oje, ich fürchte, ich lebe am Mond. Aber da gibt’s viel Käse und eine Maus. Angeblich.

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