Ein gutgemachter Film-TRAILER ist pure Illusion, pures Adrenalin. Mein Körper kann gar nicht anders, als eintauchen, abtauchen und erst wieder am Ende auftauchen. Erregendes Gefühl. Weil für eine kurze Zeit das Bild mit der Musik und der Geschichte in einer (hoffentlich) perfekten Harmonie verschmilzt. Ja, so ein Trailer kann schon süchtig machen. Immer und immer wieder muss er abgespielt werden. So lange, bis Augen und Ohren gesättigt, die Nerven beruhigt sind. Manchmal, seltene glückselige Momente, lösen die stakkatoartig zusammengesetzte Bilderflut einen eigenen Film im Kopf aus. Antrieb für Zukünftiges! Wunderbar!
Ein Trailer hat mit dem Film per se nichts zu tun. Er muss als eine eigenständige Kunstform betrachtet werden. So gibt es genügend Beispiele von perfekt inszenierten Trailers, wohingegen der Film mäßig, druchschnittlich, langweilig, unspannend, sentimental, un- erotisch, kitschig, lächerlich, lachhaft, einfach schlecht gemacht sein kann. Man vergleiche also bitteschön nicht Äpfel mit Birnen.
Als Aperitif empfehle ich die folgenden Leckerbissen:
der brandneue Trailer zum Sequel zu Elizabeth: The Golden Age – schon alleine der letzten Szene wegen. Da merkt man dem Regisseur Shekhar Kapur an, dass er Inder, respektive Pakistani ist. Wer sonst würde einem wallenden Stoff so einen breiten Raum geben?
ein anderes Historiendrama spielt ebenso in England, aber etwa 200 Jahre später: Amazing Grace. Wunderbare Schauspielkunst. Man sehe sich nur den alten Albert Finney und den jungen Ioan Gruffudd an, dazu höre man die Musik, die einen schon mal zu Tränen rühren kann (so man sich umrühren lässt, wohlgemerkt).
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