1 Stunde 43 Minuten

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So lange wird die Fahrt von Wien Handelskai bis Payerbach- Reichenau dauern. Zeit, die genutzt werden will. Im Manuskript „Tiret“ ein letztes Mal lesen, ein letztes Mal mir klar werden, ob es „Möchten Sie mir den Gefallen tun …“ oder gar „Wollen Sie mir den Gefallen erweisen“ oder doch besser „…“ heißen soll. Jeden Satz gilt es zu beleuchten, auszusprechen, zu hinterfragen. Ein Wort kann ein gewolltes Gefüge für immer zerstören. Ja, ich glaube, ich sagte schon einmal, dass der Hang zum Perfektionismus für einen Künstler eher hinderlich, denn förderlich ist.

Arthur Schnitzler verkehrte übrigens häufig in Reichenau. Hatte er doch ein leidenschaftliches (aber platonisches!) Verhältnis mit der Frau eines Hoteleigners am Fuße des Semmerings und der Rax. Ach, ach …

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14 Antworten zu „1 Stunde 43 Minuten“

  1. Avatar von pebowski

    Habe ich schon erwähnt, dass auch mein Verleger in Reichenau wohnt?! Und es dort auch nette Auftrittsmöglichkeiten für Lesungen im Schloss Wartholz gibt? Dass Reichenau sogar einen Literaturwettbewerb veranstaltet mit Preisen von 10.000, 7.000 und 2.000 Euro (wobei die Einreichsfrist leider schon vorbei ist) – und ich selbst hab nicht mehr mitmachen können, weil mein Alter schon zu biblisch ist.
    In diesem Sinne: gute Reise & guten Rutsch!!!

  2. Avatar von Richard K. Breuer

    Ja, ja, jetzt wo du’s sagst, ich bin mal über Schloss Wartholz (oder Hartwolz?) gestolpert, virtuell versteht sich. Über eine Lesung dort, ja, darüber lässt sich freilich reden, davor muss ich aber noch mein Stimmchen ölen.

    Reichenauer Literaturwettbewerb? Da warte ich, bis ich „Azadeh“, meine „Schnitzler-Hommage“, herausgebracht habe. Damit gewinn ich im Handumdrehen. Und die Trophäe „süßes Mädel“ gewinn ich damit auch! Der Schnitzler hätt seine helle Freude an mir.

  3. Avatar von bluni
    bluni

    Und, kann das „Opus Magnum“ so gedruckt werden? 😉

  4. Avatar von Richard K. Breuer

    Nein, natürlich kann das „Opus“ so nicht gedruckt werden. Das nächste Mal muss ich viel weiter hinaus fahren. Bin nur bis zum 15. Kapitel (von 21) gekommen. Aber dafür hab ich an der Danksagung schreiben können – im Park-Café. Später mehr.

  5. Avatar von bluni
    bluni

    Ach, du bist spazieren gefahren ?? Muss mal nachforschen ob das Thomas Mann und Konsorten auch so gemacht haben…

  6. Avatar von Richard K. Breuer

    Immerhin gäb’s einen Zug, der auf den Semmering fährt und der sich da nennt: „Zauberberg(e)“. Muss also irgendwie mit dem Herrn Mann zu tun haben.

  7. Avatar von bluni
    bluni

    Der Zauberberg. Ein tolles Buch.
    Aber ich glaube Schauplatz des Buches war irgendwie in Davos, hab ich mal gelesen..
    Aber das ist bestimmt ein Zeichen. Vermute ich 😉

  8. Avatar von Richard K. Breuer

    Ich hab das Buch nicht gelesen, ich kann also auch nur vermuten 😉

  9. Avatar von LillY
    LillY

    Payerbach-Reichenau – ein verträumter Ort. Da sieht man noch den Kaiser um die Ecke flitzen, wenn man in der Langsamkeit des Ortes schnell schaut.

    Mir gefiele übrigens „Wollen Sie mir den Gefallen erweisen“ viel besser – es ist Wienerischer, wenn es erlaubt ist.

  10. Avatar von pebowski

    Also, da bin ich mir nicht sicher, ob „Gefallen erweisen“ wienerischer ist, k&k-ischer ist es sicher.

    Und soweit ich weiß, hat der Zauberberg am Semmeing nicht wirklich was mit Mann zu tun, eher mit der wilden Verbindung von Natur und Technik. Aber eine Kuranstalt gibt es dort auch, die ganz im Stil des Zauberberges von Davos erbaut ist. Und im Südbahnhotel haben sie auch den Mann’schen Zauberberg gespielt – und die Stimmung ist vielleicht heute noch so – etwas morbid und dem langsamen Verfall preisgegeben – vielleicht ist der Name ja auch eine kalkulierte Koketterie mit dem T.M. Mythos. 😉

  11. Avatar von Richard K. Breuer

    Ja, das Südbahnhotel ist wahrlich eine kakanische Pracht. Im Verfall begriffen, hin und wieder wird was ausgebessert (nur net zviel herumtuen) – hab dort im Sommer Karl Kraus gesehen (sein Stück, nicht ihn!) und war beeindruckt von der Atmosphäre. Dort will ich mal eine Lesung halten. Es sei denn, das Gemäuer bricht vorher zusammen und erschlägt alle Hoffnungen.

    Also verträumt kommt mir der Ort net vor, LillY. Aber vielleicht sollt ich mal im Sommer oder im Frühling hin. Bis dato war ich immer nur, wenn Schnee g’legen ist. Und Kalt war’s obendrein. Aber die Sonn hat immer g’scheint. Ja, es hat schon hübsche Bergerln rundherum.

    Jetzt hab ich das Satzerl freilich ausgebessert und bin vom Regen in die Traufe. Der Sue versohle ich den Hintern, wenn sie das nächste Mal hier vorbeischaut *kruzi*

  12. Avatar von Sue

    Vom Regen in die Traufe?
    Ach ich hoff‘ ja mal, dass du dich auch gründlich hinter den Ohren gewaschen hast, wenn du denn schon ein Bad nehmen musstest. 😛 Aber sprich, muss ich mir wirklich jetzt ein schlechtes Gewissen einreden lassen? Aber doch nicht jetzt und sowieso, oder? Immerhin würde ich dann ja nicht mehr beschwingt ins neue Jahr gehen können, geschweige denn einen Zug betreten, ohne mich gleich selbiges (betreten) zu fühlen. Und da ich nun mal aufgrund der Arbeits-Pendlerei auf die ÖBB und somit auch auf die Züge angewiesen bin, wäre das nicht gerade vorteilhaft.
    *seufz*
    Nun denn ich werf‘ dir dafür Literatur aus meiner Feder zum Fraß vor….
    … ausgleichende Gerechtigkeit, somit, oder?

  13. Avatar von Richard K. Breuer

    Aber geh, Sue, am Ende bin ich ja selber Schuld, wenn ich mich von den sue’schen Knüppeleien unsicher machen ließe. Sag nur, was dir net passt und wir werden uns schon einig. Kannst ruhig ruhigen Gewissens und unbetreten den Zug betreten.

  14. Avatar von LillY
    LillY

    @pebowski:
    Nun gut, nicht Wienerisch im Sinne von Mundl. Aber was das Schönbrunner Hochdeutsch anbelangt, das doch ein wenig „geschraubt“ daherkommt, dann für meine Begriffe schon.

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