WM 2026 Achtelfinale

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Die Finalrunde der besten 32 Mannschaften ist vorbei. Nun stehen sich die besten 16 Nationen in der KO-Runde des Achtelfinales gegenüber und spielen für den Einzug ins Viertelfinale. Hier trennt sich die durchschnittliche Spreu vom spielstarken Weizen. Während es im Sechzehntelfinale noch Überraschungen gab, ist dies für das Achtelfinale recht unwahrscheinlich. Aber man sollte die Rechnung niemals ohne den Fußball machen. Alles ist möglich. Nichts unmöglich.

Gedanken zu allen Spielen des Achtelfinales: best of 16

Kanada (#30) : Marokko (#7) 0:3 Seltsam. Ich dachte, die Marokkaner würden von Anpfiff an die Kontrolle übernehmen und die noch unerfahrenen Kanadier an die Wand spielen. Aber erstens kommt es anders und zweitens sprechen wir von einer Weltmeisterschaft. Die Kanadier in der ersten Hälfte bissig und zweikampfstark. Als hätten sie einen Mann mehr am Platz, lassen sie den Nordafrikanern keinen Raum und stellen die Passwege zu. Beeindruckend. Die Marokkaner ungewohnt behäbig und schlampig. Abgesehen von der 10. Minute, als Tani Oluwaseyi die größte Chance für Kanada am Fuß hatte – der verlässliche Goalie Bono kann parieren – können die Nordamerikaner ihre Überlegenheit am Feld nicht nutzen. Die erste Halbzeit geht somit ereignis- und torlos zu Ende. In der zweiten Halbzeit starten die Marokkaner bemühter und werden belohnt. Hakimi rollt einen Freistoß in den Rückraum, und Azzedine Ounahi schiebt den Ball durch gefühlt ein Dutzend Füße perfekt in die rechte Torecke, gegen die Laufrichtung des Goalies. Der Führungstreffer belebt die Marokkaner. Die Kanadier wiederum wollen aktiver werden – aber hier zeigt sich deren spielerisches Manko. Da sie offensiver agieren wollen, bieten sie nun jene Räume, die Marokko natürlich zu nutzen versteht. Kudos den Kanadiern, die bis zur 82. Minute das Spiel offen halten. Dann schlägt Ounahi erneut zu. Klassisch ausgekontert. Die Draufgabe, das 3:0, ist ebenfalls dem Sturmlauf der Kanadier geschuldet. Es ist nun mal so, dass die besten der Fußballmannschaften tödlich effizient sind, und Marokko hat es gezeigt. Zwar fällt mir die Niederlage zu deutlich aus, aber die Kanadier können erhobenen Hauptes die kurze Heimreise antreten. Und für Marokko geht es im Bruderduell gegen die Grande Nation. Mon Dieu, da werden die Fetzen fliegen.

Paraguay (#41) : Frankreich (#3) 0:1 Es war wohl zu erwarten. Die Südamerikaner im tiefen Block verteidigen alles weg, stellen jeden Passweg in Strafraumnähe zu, agieren spritzig, sind willensstark und üben sich in den „dunklen Künsten“ der Entnervung. Die Franzosen sind ungewohnt ideenlos, es fehlt der Funke und die sengende Hitze am Rasen tat das Übrige dazu. Wir sehen, auch das beste aller Offensivteams kann gegen gut geordnete Abwehrreihen, die sich nicht scheuen, das Spiel hässlich zu machen, nicht viel ausrichten. Es brauchte den eingewechselten Doué, der sich in der 70. Minute ein Herz nimmt und sich in den Strafraum dribbelt. Da bleibt einem der Mund offen, wie er zwei Verteidiger schwungvoll stehenlässt. Der dritte Verteidiger kommt zu spät, trifft den Franzosen, nicht den Ball. Strafstoß. Natürlich kochen die Gemüter über. Es braucht seine Zeit, bis Mbappé den Elfmeter trocken verwerten kann. Sein Lächeln ist so schlitzohrig, man muss ihn einfach mögen. Die Südamerikaner haben keine Hemmungen, alles zu tun, um den Spielfluss der Franzosen zu stören. Durch kleine Fouls genauso wie durch hartes Einsteigen ziehen sie ihrem Gegner den letzten Nerv. Man merkt, wie die Emotionen am Spielfeld kochen. Paraguay leistete sich in der Verteidigung praktisch nur einen Fehler und wurde dafür bestraft. Bitter. In der Offensive ging nicht viel zusammen. Paraguay versuchte zwar im Vorwärtsgang zu agieren, aber die französische Offensivabteilung wartete nur auf die freien Räume. Schlussendlich blieb es beim knappen Sieg. Nicht auszudenken, es wäre in ein Elfmeterschießen gegangen. Unvorstellbar, falls der große Favorit gegen das kleine Paraguay gestrauchelt wäre. Die Fußballwelt hätte geweint. Der usbekische Schiedsrichter, das sei noch hinzugefügt, hatte die Partie keine Minute im Griff. Warum er den Südamerikanern keine einzige gelbe Karte zeigte, trotz unzähliger taktischer Fouls, bleibt eines der Rätsel dieses Turniers. Im Übrigen musste der VAR einschreiten und den Referee zum Monitor bitten, erst dann entschied er auf Penalty. Paraguay darf sich rühmen, das mächtige Deutschland aus dem Turnier gegickt zu haben. Die Ex-Nagelsmanntruppe sollte den Südamerikaner dankbar sein. Man stelle sich vor, die stolze deutsche Nationalelf wäre von Mbappé & Co in Grund und Boden gespielt worden. Solch Demütigung hätte am Ende mehr Schaden für die Zukunft des deutschen Fußballs angerichtet als die, zugegebenermaßen, peinliche Niederlage gegen Paraguay.

Brasilien (#6) : Norwegen (#31)

Mexiko (#14) : England (#4)

Portugal (#5) : Spanien (#2)

USA (#17) : Belgien (#9)

Argentinien (#1) : Ägypten (#29)

Schweiz (#19) : Kolumbien (#13)

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