WM 2026 Spieltag #3

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Alle Spiele des 3. Spieltags der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko.

Der Aspekt meiner Berichterstattung liegt dabei auf der Unterhaltung des Spiels. Fällt man als neutraler Zuschauer müde von der Couch, ist es mir wurscht, wer gewinnt oder verliert. Packend und emotional soll ein weltmeisterschaftliches Match sein. Zugegeben, weil gar so viel auf dem Spiel steht, die Angst in den Köpfen deshalb oft dominiert, will ich nicht über die Spieler schlecht urteilen oder den Stab über sie brechen. Trotzdem, ich will Dramatik spüren.

Link zum Beitrag über alle Spiele des 1. Spieltags.
Link zum Beitrag über alle Spiele des 2. Spieltags

Der 3. Spieltag wird innerhalb von vier Tagen abgewickelt, das heißt, sechs Spiele pro Tag. Die Gruppenspiele werden dabei gleichzeitig ausgetragen. Grund dafür: Die Schande von Gijón bei der WM 1982, als Österreich und Deutschland einen „Nichtangriffspakt“ auf Kosten von Algerien aushandelten. Die knappe Niederlage der Österreicher garantierte den Aufstieg der beiden Mannschaften. Ironie der Geschichte: Im letzten Gruppenspiel trifft Österreich auf Algerien. Beiden Teams würde ein Unentschieden für den Aufstieg reichen. Wird man sich auf dem Rasen arrangieren? Der Modus für das Weiterkommen der 36 von 48 Mannschaften bedeutet, dass die acht besten Gruppendritten ebenfalls in die Finalrunde einziehen. Ein Blick auf die Tabellen der anderen Gruppen könnte somit Aufschluss über das benötigte Ergebnis im letzten Spiel bringen, frei nach dem Motto: tust du mir nichts, tue ich dir auch nichts – einigen wir uns auf Unentschieden. Es kann sogar Fälle geben, wo einer Mannschaft bereits eine knappe Niederlage für den Einzug in die Finalrunde reicht. Österreich und Algerien haben das Glück, die letzte Begegnung des 3. Spieltags zu sein, somit wird man exakt wissen, ob eine Niederlage – und wenn ja, mit wie vielen Gegentoren – zum Aufstieg reicht. Diese (gegenüber anderen Mannschaften) unfaire Rechnerei ist leider ein großer Nachteil der Vergrößerung der Teilnehmerzahl. Bei Punktegleichstand zählt übrigens das direkte Duell. Endete dieses als Remis, dann erst wird die Tordifferenz herangezogen (danach die geschossenen Tore und sollten diese auch ident sein, dann die Fairplay-Wertung).

Sollte Österreich den zweiten Gruppenplatz belegen, geht es in der ersten Finalrunde gegen Europameister Spanien, während Drittplatzierter Algerien auf die USA treffen dürfte.

Am letzten Spieltag sind bereits die folgenden Mannschaften ausgeschieden und müssen nach dem Match die Koffer packen: Haiti (FIFA-Rangliste: 83), Türkei (#22), Tunesien (#45), Jordanien (#63), Panama (#34). Die schlechtesten Karten für den Aufstieg, trotz eines Sieges im letzten Gruppenspiel, haben folgende Teams: Usbekistan (Tordifferenz: -7), Irak (-6), Saudi-Arabien (-4).

Damit ich’s nicht vergess: Die spektakulärste Torhüterflugeinlage gelang dem türkischen Goalie Ugurcan Çakir in der 63. Minute im Spiel gegen die USA. Die Zeitlupe sieht wirklich beeindruckend cool aus, wie er mit den Fingerspitzen noch den Ball an die Stange lenk, fast zwei Meter über den Boden.

Die herausragenden Matches des 3. Spieltags

Algerien : Österreich 3:3 Ein Spiel für die Geschichtsbücher! Ein Happy End, wie es die Weltmeisterschaft noch niemals gesehen hat: zwei Treffer in der Nachspielzeit. Was sich da auf dem Rasen abspielte, war einfach nur unfassbar. Muss man erlebt haben. Nichts für schwache Nerven.

Ecuador : Deutschland 2:1 Spannender geht es nicht mehr. Die Südamerikaner bezwingen mit herzerfrischendem Einsatz und größter Intensität die bereits längst als Gruppensieger feststehenden deutsche Elf. Dieser unbedingte Wille der Spieler aus Ecuador war sogar für die Zuschauer abseits des Rasens spürbar.

Spanien : Uruguay 1:0 Die Intensität des Spiels am Limit und darüber. Die Südamerikaner mit dem Rücken zur Wand, die Spanier bemüht, die Kontrolle des Spiels nicht zu verlieren. Natürlich kochten die Emotionen gegen Ende hoch. Torchancen gab es zwar nur wenige, aber diese intensiv geführte Konfrontation muss man erlebt haben. Das ist eines dieser Weltmeisterschaftsspiele, über die man noch Jahre später sprechen wird.

Ägypten : Iran 1:1 Die ersten 15 Minuten und die letzten 15 Minuten gehören zum Besten, was ein letzter Gruppenspieltag bereithalten kann. Iran in allen drei Gruppenspielen unglücklich. Auch im letzten Gruppenspiel fehlten wieder einmal nur Zentimeter für die große Überraschung. Ägypten wiederum hatte Angst vor der eigenen Courage.

Gedanken zu allen Spielen des 3. Spieltags.

Gruppe A
Mexiko
Südafrika

Südkorea fraglich 3 /-1
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Tschechien : Mexiko 0:3
Die Tschechen waren schon in den letzten beiden Gruppenspielen wie Südafrika eine Zumutung. Aber im Gegensatz zu den Afrikanern, die sich im Entscheidungsspiel steigerten, blieben die Tschechen farblos und uninspiriert. Zwar dauerte es eine Stunde, bis die Mexikaner endlich in Führung gingen – die Fans waren bereits merklich ungeduldig –, aber am Ende hat sich der Favorit durchgesetzt, ohne auch nur ein Gegentor in drei Gruppenspielen zuzulassen. Könnte freilich im Zusammenhang mit einer sehr schwachen Gegnerschaft stehen. Somit wird das erste Finalspiel zeigen, was in den Mexikanern wirklich drinnen steckt. Da sie „nur“ gegen einen Drittplatzierten spielen werden, haben sie alle Chancen, eine Runde weiterzukommen. Mexiko im Freudentaumel? Will ich sehen.

Südafrika : Südkorea 1:0 Auf die Südafrikaner hätte ich keinen Groschen gesetzt. Die beiden Gruppenspiele eine Zumutung. Sieht man sich die Zusammenfassung der Begegnung mit Südkorea an, dann haben sie plötzlich Lust zum Fußballspielen bekommen. Die Südkoreaner hingegen von der Rolle. Zugegeben, sie haben einzig gegen die schwachen Tschechen eine mentale Stärke an den Tag gelegt und so einen Rückstand aufholen können. Berauschendes Ballspiel sieht anders aus. Im Gegensatz zu den Tschechen haben die Südafrikaner das Umschaltspiel für sich entdeckt und immer wieder für Torgefahr gesorgt. Im Finalspiel geht es gegen Mitausrichter Kanada. Könnte eine lustige Partie werden. Südkorea als Drittplatzierter muss um den Aufstieg zittern.

Gruppe B
Schweiz
Kanada
Bosnien-Herzegowina
4 Punkte
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Bosnien-Herzegowina : Katar  3:1 Die erste Halbzeit beginnt, wie man sich das wohl erwarten durfte. Die Bosnier drücken die Kataris zurück, dominieren das Spiel und suchen den Abschluss. Nach einer halben Stunde ist es Ausnahmetalent Kerim Alajbegović (RB Salzburg), der entlang des Strafraums tänzelt und den Ball scharf ins Tor schießt. Respekt. Von da an sind die Bosnier nicht zu halten. Sogar das 40-jährige bosnische Urgestein Edin Džeko schreibt an, wenngleich mit Hilfe eines Katarers, der den Flankenschuss ins eigene Tor ablenkt. Drei Minuten später hinterläuft er die Abwehrlinie und knallt den Ball an die Stange. Beinahe hätte ich Mitleid mit den Mannen von Katar bekommen, die bis dahin kein einziges Mal im gegnerischen Strafraum waren und keinerlei Befähigung zeigten, überhaupt torgefährlich zu werden. Aber erstens kommt es anders und zweitens und überhaupt. Minuten vor der Halbzeitpause gibt es eine gelungene Kombination in den Strafraum, ein Stanglpass und der 35-jährige Routinier Hassan Al Haidos schiebt ein. Anschlusstreffer. Und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelingt den Katarern erneut eine hübsche Kombination in den Strafraum. Der Abschluss geht an die Stange. Was sagt man dazu? Ehrlich gesagt, beim Stand von 2:0 hätte ich beinahe das TV ausgemacht. In der zweiten Halbzeit ist wieder Bosnien am Drücker und man merkt, dass sich die Katarer mühen, wieder in Schwung zu kommen. Die Entscheidung kommt etwa 10 Minuten vor dem Ende mit dem dritten Tor der Bosnier. Die Katarer haben weder die Kraft noch den Willen, Hollywood zu spielen. Also bleibt es beim 3:1 und damit hat sich Bosnien den Einzug in die Finalrunde gesichert. Am Ende bleiben 15 aufregende Minuten übrig, der Rest, nun ja, eine lauwarme Partie. Halleluja, bin ich müde.

Schweiz : Kanada 2:1 In diesem Freundschaftsspiel – beide Teams sicherten sich bereits den Einzug in die Finalrunde – wurden die sonst so offensiv tonangebenden Kanadier von den abgebrühten Schweizern in die Schranken gewiesen. Wirklich angestrengt hat sich wohl niemand an diesem Tag. Das schweizerische Überdrübertalent Johan Manzambi entwickelt sich mit gerade einmal 20 Jahren zu einem Unterschiedsspieler. In der ersten Partie gegen Katar wurde er noch von Papa Xhaka als undiszipliniert gerügt. Im zweiten Gruppenspiel sorgt er für zwei Tore, im letzten Gruppenspiel schießt er eines und legt ein zweites mustergültig auf. Kudos.

Gruppe C
Brasilien
Marokko

Schottland fraglich 3 / -3
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Marokko : Haiti 4:2 Der Außenseiter Haiti, der bereits vor Anpfiff wusste, dass er die Koffer packen muss, hat sich gegen haushohen Favoriten in der ersten Halbzeit ordentlich zur Wehr gesetzt und ging sogar zweimal in Führung. Respekt. Am Ende hatte die spielerische Qualität Marokkos das letzte Wort. Der Weitschussknaller von Isidor (Sunderland) ist aller Ehren wert: sein Schussbein katapultiert den Ball mit Überschallgeschwindigkeit ins Kreuzeck. Da bleibt einem der Mund offen.

Schottland : Brasilien
0:3 Ich verstehe diese Schotten einfach nicht. Sie freuen sich wie die Kasperln über die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft, aber wenn es ernst wird, dann ziehen sie das Schwänzchen ein und laufen wie kopflose Hühner herum. Kein Wunder, dass die Engländer leichtes Spiel mit ihnen hatten. Lang ist das jetzt her, zugegeben. Bereits nach 7 Minuten schenkt die schottische Hintermannschaft den Brasilianern den Führungstreffer. Vinicius Jr. bedankt sich zwar nicht, jubelt aber, wie es sich für einen Superstar gehört. Wenig später wird ihm sein zweites Tor aberkannt, weil der VAR sich einschaltet und meint, Vinicius Jr. hätte den schottischen Spieler zu hart attackiert. Man stelle sich das mal vor. Trainer Steve Clarke ist der Gareth Southgate des schottischen Nationalteams. Sein konservativ-depressiver Spielstil macht aus gestandenen Männern nur Angsthasen, die kein Selbstvertrauen haben. Erbärmlich. Jetzt zittern sie um einen möglichen Finaleinzug als Drittplatzierter. Aber besser, sie fahren jetzt nach Hause, bevor es wirklich peinlich wird. Die Brasilianer haben in den drei Gruppenspielen gezeigt, dass der alte Trainerfuchs Ancelotti einen Plan für die Selecao hat. Das Mittelfeld überzeugt mich noch immer nicht. Ach ja, der gute Neymar mit seinen 34 Jahren durfte sich für eine Viertelstunde lautstarken Applaus der Fans abholen. Eine nette Geste von Ancelotti, ihn einzuwechseln.

Gruppe D
USA
Australien
Paraguay
4 Punkte
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Paraguay : Australien 0:0 Beide Mannschaften benötigten für den Aufstieg zumindest ein Remis. Und ein (torloses) Remis gab es. Die 10-minütige Zusammenfassung vorgespult und schließlich zur Seite gelegt. Da wollte keiner dem anderen wehtun. So ist das.

Türkei : USA
3:2 Die B-Mannschaft der USA – bereits fix Gruppenerster – traf in diesem Freundschaftsspiel auf eine Türkei, die in den Seilen hing. Gegen bollwerkige Australier und willensstarke Paraguayer gab es für Güler & Co kein Durchkommen. Im Gegensatz dazu spielte die US-Elf fröhlichen Fußball und damit eröffnete sie den spielstarken Türken endlich Torchancen, die sie auch in Tor ummünzen konnten. Der Siegestreffer Sekunden vor dem Abpfiff, vielleicht mit jenem Glück, das ihnen in den beiden Gruppenspielen fehlte. Ja, das Glück ist ein Vogerl. Für die US-Boys ist die Niederlage kein Beinbruch. In der Finalrunde treffen sie auf Bosnien-Herzegowina. Ojemine. Ich fürchte um den alten Dzeko. Pulisic & Co werden sich wohl für die nächste Runde warmschießen.

Gruppe E
Deutschland
Elfenbeinküste
Ecuador
4 Punkte
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Curacao : Elfenbeinküste 0:2 Der Favorit aus Afrika setzt sich ohne Mühe gegen den Außenseiter durch. Mehr gibt’s eigentlich nicht zu schreiben.

Ecuador : Deutschland
2:1 Hola. Das war mal Dramatik bis in die letzte Rasennarbe. Ecuador stand vor dem Anpfiff mit dem Rücken zur Wand. Nur ein Sieg gegen den haushohen Favoriten Deutschland würde noch den Aufstieg in die Finalrunde ermöglichen. Somit hieß es: Alles oder nichts. Die Deutschen wiederum, für sie war es ein Testspiel, standen sie bereits als Gruppenerster fest. Natürlich musste man den Südamerikanern die Daumen drücken, sieht man sich die Begeisterung der Fans an. Dabei begann bereits nach zwei Minuten das große Wehklagen. Sané schiebt trocken zum Führungstreffer ein. Vorausgegangen war freilich ein (sehr) hoher Fuß von Nmecha. Gefährliches Spiel. Würde man glauben. Der VAR schaltete sich nicht ein. Das Tor zählte. Die Südamerikaner mit Wut im Bauch. So ist das. Aber der Ausgleich beinahe postwendend nur wenige Minuten später. Angulo mit einem flachen Schuss ins Eck. Ein junger Neuer hätte vielleicht noch die Fingerspitzen drangehabt. Ausgleich. Zwar können die Ecuadorianer gut verteidigen, darin haben sie es zu einer Meisterschaft gebracht, aber mit dem Konterspiel, damit tun sie sich seltsamerweise schwer. Was vermutlich damit zu tun hat, weil ihr altgedienter Stürmer Enner Valencia nicht mehr der agilste ist. Wie dem auch sei, die Südamerikaner bemüht, den Ball in die gegnerische Hälfte zu bringen – dabei immer ein Auge auf die Restverteidigung habend. Die deutsche Elf, ich weiß nicht, wie sie es machen, aber mit ihren Kurzpassspielkombinationen sieht es so aus, als hätten sie einen Mann mehr auf dem Spielfeld. Ziemlich beeindruckend, wenn sie in den Flow kommen. Könnte einen direkt Angst machen. In der zweiten Hälfte nimmt Trainer Nagelsmann seine wichtigsten Spieler nach und nach vom Feld. Viele Chancen ergeben sich für Ecuador aus dem Spiel nicht. Ein Eckball ist es, der die Wende bringt und ganz Ecuador jubeln lässt. Kopfballverlängerung und Plata spitzelt den Ball vor Neuer ins Tor. Wow. Die Fans im Stadion flippen aus. Ja, aber dann, dann beginnen die restlichen rund 15 Minuten nur langsam zu verrinnen. Die Spieler von Ecuador sind nur noch ein Bündel Nervosität, während die Fans bei jedem deutschen Angriff den Atem anhalten. Ich geb’s zu, ich kaute Fingernägel und rief Stoßgebete zum Wiener Nachthimmel. Scheinbar hat es geholfen. Abpfiff. Ecuador steht in der Finalrunde der letzten 32 Mannschaften. Kudos. Ich freue mich. Ecuador soll ein attraktives Reiseland sein. Vielleicht ist der Sieg ein Zeichen?

Gruppe F
Niederlande
Japan
Schweden
4 Punkte
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Japan : Schweden 1:1 Beide Mannschaften benötigten für den Aufstieg zumindest ein Remis. Und ein Remis gab es. In der 45. Minute der erste Torschuss im Spiel. Da hatte ich die Partie schon längst aufgegeben. Der Führungstreffer der Japaner eine herrlich herausgespielte Kombination. Umso mehr bemerkenswerter, weil es sich hier um Stehfußballer handelte, die praktisch aus dem Stand kombinierten. Hut ab. Der Ausgleich von Elanga, der den Ball Marke Lamine Yamal ins lange Eck schlenzt. Die Schweden hatten sogar noch zwei Torchancen. Was sagt man dazu? Ganz Japan trifft in der Finalrunde auf Ballkünstler und Superstar Vinicius Jr.

Tunesien : Niederlande 1:3 Die Niederlande im Schongang. Nach nicht mal 7 Minuten steht es bereits 2:0. Die Tunesier setzten sich aber zur Wehr und erzielten ihr erstes Tor bei dieser WM. Noch dazu ein Kopfballtreffer gegen die baumlangen Niederländer. Kudos. Für die Oranjes geht es in der Finalrunde gegen Marokko. Halleluja. Beide Mannschaften haben ja das Potenzial, weit ins Turnier zu kommen. Welche mag es am Ende sein? Vielleicht die heißeste Partie der Finalrunde.

Gruppe G
Belgien
Ägypten

Iran fraglich 3 / 0
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Ägypten : Iran 1:1
Gibt’s nicht. Complete mayhem am Ende. Dabei gab es lange nichts Besonderes zu sehen. Ägypten geht bereits nach 5 Minuten in Führung. Iran bekommt nur kurz später einen Elfmeter zugesprochen. Und der iranische Stürmer Taremi verschießt. Aber wiederum nur wenige Minuten später gelingt dem Iran der Ausgleich. Die Anfangsviertelstunde hatte es wahrlich in sich. Ägypten ist dann bemühter, das Spiel zu bestimmen und mit Superstar Salah entwickeln sie mehr Zug aufs gegnerische Tor. In der zweiten Halbzeit plätschert das Match so dahin. Man ist sich als Zuschauer nicht sicher, ob das Unentschieden beiden Mannschaften genügt. Aber in den letzten 20 Spielminuten überschlagen sich die Ereignisse. Weil Iran plötzlich dem Siegestreffer nachläuft. Die Ägypter hängen bereits in den Seilen, wollen nur das Match zu Ende bringen. In der 89. Minute geht ein iranischer Kopfball nur an die Latte. In der 90. + 3. Minute der Nachspielzeit landet der Ball nach einem Gestocher im ägyptischen Strafraum im Tor. Die Szenen des Torjubels nicht zu beschreiben. Ja, aber das Märchen aus 1000 und einer Nacht wird vom VAR jäh gestört. Das Tor wird aberkannt wegen einer Abseitsstellung, die sich im Millimeterbereich bewegt. Tragisch. Aber noch einmal werfen die Iraner alles nach vor. Flanke in den Strafraum, Kopfball, Latte. Abpfiff. Gibt’s nicht. Warum der Iran nicht schon früher in die Offensive ging, bleibt mir Schleierhaft. Gewiss, das Unentschieden hält die Hoffnung auf einen Aufstieg weiter aufrecht.

Neuseeland : Belgien 1:5
Der haushohe Favorit aus Europa brauchte zwei Gruppenspiele, bis es offensiv endlich Klick machte. Den Neuseeländern fehlte die spielerische Qualitäten, die Belgien auf jeder Position zur Schau stellen konnte. Mit dem hochverdienten Kantersieg hat sich Belgien gerade rechtzeitig für die Finalrunde warm geschossen. Im Achtelfinale wartet die USA. Da werden Erinnerungen wach.

Gruppe H
Spanien
Cape Verde

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Cape Verde : Saudi-Arabien 0:0 Da haben wir nicht den Salat, sondern die erste Sensation. Außenseiter Cape Verde hat es mit drei Unentschieden in die Finalrunde geschafft und trifft dort auf den amtierenden Weltmeister Argentinien. Könnte ein spaßiges Spiel werden. Weil die Afrikaner selbstbewusst am Rasen agieren und sich somit von Messi & Co. nicht einschüchtern lassen werden. Gegen die zahmen Saudis mussten sie im Spiel nicht viel tun. Wirklich lebendig dürfte das letzte Gruppenspiel erst ab der 70. Minute geworden sein. Davor zeigt mir die Zusammenfassung nur Ballgeschiebe. Danach ist es zwar kein offener Schlagabtausch, aber es gibt Zug aufs gegnerische Tor. Cape Verde ist die sympathsiche Underdog-Story der WM 2026.

Uruguay : Spanien
0:1 Wirklich? Ja, Spanien hatte gerade einmal einen Schuss aufs Tor von Uruguay abgegeben. Im ganzen Spiel. Dieser eine Schuss von Alex Baena war es, der knapp vor Halbzeit alles ins Wanken brachte. Dabei rutschte Torhüterlegende Muslera der Ball über seine Handschuhe. Die Höchststrafe folgte für ihn auf den Fuß: er wurde in der Halbzeit ausgetauscht. So endet die Karriere von Muslera, der wie Manuel Neuer bereits 40 Jahre alt und ebenfalls für die WM aus der „Pension“ zurückgeholt wurde. Wollen wir hoffen, dass es Neuer nicht ähnlich ergeht. Wie zu erwarten, war die Intensität der Südamerikaner sogar vor dem TV-Gerät zu spüren. Aber die WM stand für die Urus unter einem schlechten Stern. Weil sie nur zwei Punkte aus zwei Spielen holten, die sie hätten gewinnen müssen, brauchten sie einen Sieg gegen Europameister Spanien. Wie sich später herausstellte, hätte ein Unentschieden zum Aufstieg gereicht – weil es im Parallelspiel Cape Verde gegen Saudi-Arabien keinen Gewinner gab. Der Torhüterfehler wiegt deshalb doppelt und dreifach so schwer. Gefährliche Torchancen konnten sich die Urus nicht herausspielen. Alles blieb Stückwerk. Verständlich. Spanien Räume anzubieten ist auch als Harakiri bekannt. Also versuchten sie, eine Balance zwischen offensivem Vorwärtsdrang und defensiver Absicherung zu finden. Aber man merkte recht bald, dass die Urus in spielerischer Qualität den Spaniern auf jeder Position unterlegen waren – mit Ausnahme natürlich von Real-Madrid-Haudegen Valverde. Darwin Núñez, der irgendwo in der Wüste seine Brötchen verdient, ist die Karikatur eines Stürmers. Vorbei die Zeiten, als ein Forlán oder Suárez den Gegnern das Fürchten lehrte. Die Spanier hatten von Anfang nur eines vor, nämlich heil aus der Sache herauszukommen, weil man erwarten durfte, dass die emotionalen Südamerikaner überkochen würden. So war es auch in den Schlussminuten. Grätschfoul von Canobbio. Rote Karte. Rudelbildung. Lautes Geschrei. Die Spanier ließen sich die Härteeinlagen freilich nicht gefallen, reagierten aber trocken und robust im Stil einer Turniermannschaft. Kurz und gut, die Europameister sind noch lange nicht weltmeisterlich, aber sie haben noch Zeit, in die Spur zu kommen. In der ersten Finalrunde geht es gegen Österreich oder Algerien. Keine sonderliche Hürde. Aber danach, da könnte Portugal oder Kolumbien auf die Spanier warten.

Gruppe I
Frankreich
Norwegen
Senegal
wahrscheinlich 3 / +2
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Norwegen : Frankreich 1:4
Während die Franzosen ihr stärkstes Team für das letzte Gruppenspiel nach Boston brachten, haben die Norweger kurzerhand die B-Elf auflaufen lassen. Also kein Duell zwischen die Stürmerstars Mbappé und Haaland. Dafür glänzte überraschend Démbélé mit einem lupenreinen Hattrick. Respekt. Die französische Torfabrik nimmt beängstigende Ausmaße an. Dabei spielten die Norweger einen gefälligen Fußball. Strand Larsens Elfmeter war mehr Rückpass als Schuss. Peinlich. Ansonsten gibt es über dieses Testspiel nicht viel zu sagen. Für Norwegen geht es in der Finalrunde gegen die Elfenbeinküste und Frankreich trifft auf Schweden.

Senegal : Irak 5:0
Die Afrikaner, die beide vorangegangenen Gruppenspiele verloren haben, brauchten einen deutlichen Sieg, wollte man noch die Chance auf den Einzug in die Finalrunde wahren. Die Iraker machte es den Senegalesen nicht all zu schwer. Bereits nach 4 Minuten gehen die Afrikaner in Führung und nach 13 Minuten verlässt ein Iraker wegen Torraub mit Rot den Rasen. Trotzdem musste eine Stunde verstreichen, bevor der Torreigen einsetzte. Senegal hat der Welt endlich gezeigt, wozu der Sieger des Afrika-Cups fähig ist, wenn es Klick macht. Die größte Schwäche vielleicht ihre Inkonsequenz vor dem Tor. Gegen Frankreich hätte man in der ersten Hälfte den Führungstreffer machen müssen. Auch gegen den Irak wurden leichtfertig große Torchancen vergeben. Jetzt heißt es die letzten Gruppenspiele abwarten, bevor der Finaleinzug der Afrikaner bestätigt werden kann.

Gruppe J
Algerien : Österreich 3:3
Ein Match für die Geschichtsbücher. Noch jetzt, sechs Stunden später, verstehe ich noch immer nicht, was da in den letzten Minuten passiert ist. Die Hitzewelle, die da gerade über Europa hinwegrollt, macht das Denken auch nicht gerade leichter. Ein verrücktes Spiel ist hier eine Untertreibung. Eigentlich sollte es solch ein Spiel nicht geben, jedenfalls nicht für die sonst so glücklosen Österreicher. Wer erinnert sich nicht an den Kopfball in der letzten Minute im Achtelfinalspiel der EM 2024 gegen die Türkei? Eigentlich so gut wie unhaltbar. Und doch pariert der Torhüter den Aufsitzer auf nassem Rasen. Wir glaubten zu träumen. Das Happy End wurde uns brutal genommen. Doch diesmal, diesmal sollten wir es bekommen. Auf die spektakulärste und dramatischste Art und Weise. Das Match bis etwa zur 75. Minute auf des Messers Schneide: Zweimal gehen wir in Führung, zweimal gleichen die Algerier aus. Dann sieht alles nach einem Nichtangriffspakt aus. Die Algerier schieben den Ball im Mittelfeld hin und her, während wir keine Anstalten machen, ins Pressing zu gehen, frei nach dem Motto: tust du mir nichts, tue ich dir auch nichts. Natürlich ist so eine fußballerische Zurückhaltung für neutrale Zuschauer eine Zumutung. Aber für beide Teams geht es um den Aufstieg in die Finalrunde. Warum sollte man diesen aufs Spiel setzen. Die Nachspielzeit von 4 Minuten wird angezeigt. Ein algerischer Spieler wartet bereits eine gefühlte Ewigkeit auf die Einwechslung. Aber weil der Ball einfach nicht ins Aus gespielt wird, hätte man denken können, der gute junge Mann wird gar nicht mehr einlaufen. Ja, und dann drehen die Algerier am Dampfrad. Die Österreicher bereits mental im nächsten Spiel gegen die Spanier unkonzentriert. Der Ball wird Routinier Mahrez ideal in den Lauf gespielt, dieser schiebt den Ball an Goalie Schlager vorbei ins Tor. Ich bin mit offenem Mund vor dem TV-Schirm gesessen und habe in lachende algerische Gesichter schauen müssen. Ich verstand es nicht. Ein Sieg hätte die Algerier um ein vermeintlich leichteres Los gebracht. Statt auf die Schweiz zu treffen – noch dazu haben sie mit dem ehemaligen Schweizer Trainer Petkovic die besten Karten – hätten sie gegen Europameister Spanien spielen müssen. Wofür diese einmalige Chance auf ein Weiterkommen aufgeben? Für eine Revanche? Oder war es für Iran? Durch Österreichs Ausscheiden hätte sich der Iran für die Finalrunde qualifiziert. Aber erstens kommt es anders und zweitens gibt es den eingewechselten Sasa Kalajdzic, der mit der letzten Aktion (!) eine Kopfballverlängerung von Gregoritsch ins Tor zum Ausgleich köpft. Unvorstellbare Szenen. Jubel. Trubel. Heiterkeit. Für etwa eine Minute waren wir die Lachnummer der Weltmeisterschaft. Durch den Ausgleich haben wir Fußballgeschichte geschrieben, hat es bei einer WM noch nie zwei Tore in der Nachspielzeit gegeben. Was sagt man dazu?Ja, je länger ich darüber nachdenke, umso eher denke ich, dass die Spieler von sich aus entschieden haben, einen Versuch zu unternehmen, um Iran im Turnier zu halten. Vielleicht verständlich, wenn man bedenkt, was die iranische Mannschaft (und die Nation) alles erleiden musste. Der Fußball wurde seit jeher politisch instrumentalisiert. Die Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien fand beispielsweise unter einer brutalen Militärdiktatur statt und die politische Einflussnahme förderte den Sieg der Argentinier im Finale gegen Favorit Niederlande unter Trainerfuchs Happel. Wie dem auch sei, ich bin froh, dass dieses Match vorbei ist. Am Ende konnte Österreich nur verlieren. Hätten wir das Spiel gewonnen, hätten wir Algerien wieder nach Hause geschickt – ich schätze, der Hass ganz Algeriens wäre uns bis in alle Ewigkeit sicher gewesen. Hätten wir das Unentschieden von Beginn an akzeptiert, hätte man die Österreicher ein weiteres Mal einer schändlichen Absprache bezichtigt. Und verlieren wir das Match, scheiden wir aus und würden zur Lachnummer werden. Nein, dieses Spiel stand unter keinem guten Stern. Und alles nur deshalb, weil Lionel Messi noch in der Nachspielzeit des Spiels gegen Argentinien einen Konter einleitete, der zum 2:0 führte. Ohne diesen unnötigen Gegentreffer hätten wir mit einem Tor Unterschied verlieren können und wären trotzdem aufgestiegen. Oftmals sind es die Kleinigkeiten, die am Ende den Ausschlag geben. Huh.

Jordanien : Argentinien
1:3 Eine Stunde lang ohne Überflieger Lionel Messi und trotzdem haben die Argentinier keine Probleme mit sich zur Wehr setzende Jordanier, die sogar den Anschlusstreffer machen. Was weder Algerien noch Österreich gelungen ist, gelingt dem kleinen Jordanien. Respekt. Übrigens wurden alle drei Tore der Argentinier aus Standardsituationen erzielt – beim Freistoß von Lionel Messi sah der jordanische Goalie nicht gut aus. Die gut gestaffelte Abwehrreihe der Jordanier war somit aus dem Spiel heraus nicht zu knacken. Das sollte dann doch zu denken geben.

Gruppe K
Kolumbien
Portugal
DR Kongo
4 Punkte
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Kolumbien : Portugal 0:0
Die Zusammenfassung (natürlich guckte ich das Paralellespiel) zeigt eine beherzte Trainingspartie, in der beide Mannschaften Chancen im Minutentakt hatten. Die Portugiesen waren mit dem zweiten Gruppenplatz zufrieden, machten keine Anstalten, all in zu gehen. Seltsam. Weil sie bei einem Sieg eine leichtere Auslosung gehabt hätten. So darf sich Kolumbien darüber freuen. Die Portugiesen müssen jetzt gegen spielstarke und mit allen Wässerchen gewaschene Kroaten antreten und danach geht es gegen den Sieger Spanien: Österreich. Mit den Kolumbianern ist zu rechnen. Im Viertelfinale geht es womöglich gegen Argentinien. Ich hoffe, dass an diesem Tag die Spitäler nicht ausgelastet sind. Wenn zwei südamerikanische Mannschaften aufeinandertreffen, werden keine Gefangenen gemacht. So viel ist sicher.

DR Kongo : Usbekistan
3:1 Natürlich guckte ich mir dieses Match an. Weil ein Punkteverlust der Afrikaner dazu geführt hätte, dass Österreich auch mit einem Tor Unterschied verlieren und trotzdem den Aufstieg schaffen hätte können. Der frühe Führungstreffer von Routinier Eldor Shomurodov – eines der schönsten Tore der WM: eine perfekte Bogenlampe über den herauseilenden Torhüter – ließ mich jubeln. Die Afrikaner viel zu nervös und zerfahren. Ja, und dann, dann führt ausgerechnet ein dummes Foul vom usbekischen Superstar Khuzanov (Man City) zum Elfmeter, den Wissa (Newcastle) in der 68. Minute kaltschnäuzig verwandelt. Von da an war es Einbahnstraßenfußball auf das Tor der Usbeken, die sich nicht mehr zu helfen wussten und nur zehn Minuten später den Führungstreffer der Afrikaner hinnehmen mussten. Zwar wollten die Usbeken noch einmal in die Offensive, aber man merkte, dass ihnen Ideen und Luft ausgingen. Schade. Somit stand fest, dass Österreich nicht gegen Algerien verlieren durfte. Eine Zitterpartie sollte es auch werden.

Gruppe L
England
Kroatien
Ghana
4 Punkte
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Kroatien : Ghana 2:1
Während sich die Engländer auf die Qualität der Superstars verlassen, ist Kroatien die Summe aller Spieler, die sich für die Gemeinschaft aufopfern. Luka Modric mit seinen 40 Jahren spielte die 90 Minuten durch und verzeichnete die meisten Ballberührungen, generierte die meisten Torchancen und bereitete einen Treffer vor. Respekt. So vermischt sich die goldene Generation mit den jungen und aufstrebenden Talenten zu einem homogenen Team. Ghana zeigte in der zweiten Hälfte die Zähne. Aber der letzte Wille, sich den zweiten Platz zu sichern, fehlte.

Panama : England
0:2 Eine Stunde lang mussten die englischen Fans ein mulmiges Gefühl unterdrücken. Panama, deren Mannschaft einen Marktwert von nicht einmal 3 % der Engländer hat, verteidigt nicht nur statisch in einem tiefen Block, sondern sucht im Umschaltspiel die freien Räume. Immer wieder zeigen die Panamaer technische Qualitäten und scheuen sich nicht, ins Dribbling zu gehen. Nur wenn es um den Abschluss geht, da zeigt sich dann der Qualitätsunterschied. Die Engländer, was soll man sagen, sie gefallen mir nicht. Soweit ich mich zurückerinnere, empfand ich die englischen Nationalteams niemals als eingeschworene Gemeinschaft, vielmehr eine professionelle Zusammenarbeit hochbezahlter Superstars. Mit Tuchel, so dachte ich, würde sich das vielleicht ändern. Aber die Gruppenspiele konnten mich dahingehend nicht überzeugen. Ähnliche Probleme hatte die französische Nationalmannschaft für viele Jahre und Jahrzehnte. Diesmal, so wirkt es auf den neutralen Betrachter, scheint sich eine gut harmonierende Gemeinschaft ergeben zu haben. Sollte diese im Turnier bestehen bleiben, dann ist der Weltmeistertitel nur noch Formsache. Im Gegensatz dazu müssen die englischen Fans hoffen, dass es die Ausnahme-Superstars von alleine richten. Auch diesmal war Bellingham nach einem Eckball zur Stelle und wenig später stand Harry Kane dort, wo ein Stürmer mit der Nummer 9 am Rücken zu stehen hat. Zugegeben, allein der Marktwert von Englands Team wird jeder gegnerischen Mannschaft Respekt einflößen – und damit wird es Tuchel leichter haben, Lösungen zu finden. Die Verletzungssorgen der Engländer machen Improvisation nötig. Das kann zu überraschend funktionierenden Teamzusammenstellungen führen. Oder zu Konfusion. England wird wieder als Musterbeispiel dafür herhalten müssen, wie sich Teams in Turnieren schlagen, die sich auf die Qualität der Einzelspieler verlassen müssen.

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